Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 312
(PDF, 126 MB)
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ANSELM FEUERBACH

Mit Genehmigung des Verlages Julius Bard, Berlin

KONZERT

Was etwa Krüger seinen Zeichnungen an Farbe
gibt, ist Beigabe; ebenso Schwind, ebenso Rudolf
von Alt und viele andere der Zeit. Bei
allen Genannten hat die Farbe einen rein kunstgewerblichen
Reiz. Sie gehört zum Reiz des
Biedermeierauges, sie schmückt wie die Blume
auf dem Porzellan. Das ist ihr Verhältnis zum
Papierton. Nicht in ihrer künstlerischen Qualität,
wohl aber in ihrem Anspruch als Zeichnung, erscheinen
sie gegenüber den Zeichnungen aus dem
ersten Drittel des Jahrhunderts unpersönlich.
Unpersönlich wie die Gemälde der Klassizisten.
Zeichnung und Gemälde stehen bei den Klassizisten
und Malern der Biedermeierzeit fast im
umgekehrten Verhältnis. Ein Gemälde Krügers

kann in all seiner handwerklichen Solidität
persönlichere Reize entfalten, als manche Zeichnung
. Hier zum ersten Male gewinnt die Farbzeichnung
den Charakter eines leicht koketten
Selbstzweckes. Kokett, weil sie im Verhältnis
zum Papierweiß als Reiz auftritt, obwohl sie
doch nichts weiter ist, als nicht zu Ende gemaltes
Aquarell. Man könnte diese Farben auch
in Buchstaben sich daneben notieren, was für
Krüger oft genügte, da viele Zeichnungen solche
Notizen tragen. Man mag aber bei einer Zeichnung
von Carl Blechen, Faun und Mädchen im
Gebüsch, die Farben zuerst nur als Auskolo-
rierung empfinden, sie gehören aber dennoch
einem Bildbau an, sind kompositionelle Char-

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