http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_41_1920/0381
CHRISTIAN LAN DEN BERGER DER PILGER
Verlag F. Bruckmann A.-G., München
RADIERUNGEN VON CHE
Es kann gar kein Zweifel darüber bestehen, daß
der „Hochkonjunktur" des Rein-Malerischen,
die wir vor noch nicht allzu langer Zeit erlebt
haben, vielleicht schon in Bälde eine solche des
Linearen, des Umrisses, des dekorativen Konturs
oder wie wir sonst sagen wollen, folgen
wird. Farbe und Licht als Selbstzweck existieren
kaum mehr; sie dienen jetzt einem höheren
Zweck, dem Ausdruck, dessen stärkstes Mittel,
sich zu äußern, eben die Linie geworden ist.
*) Christian Landenberger, Sieben Radierungen in Mappe.
Ausgabe A: 15 numerierte Exemplare, gedruckt auf kaiserlich
Handjapan, in Halbpergamentmappe. Preis inkl. Luxussteuer
M. 700.—, Ausgabe B: 35 numerierte Exemplare, gedruckt auf
holländisch Bütten, in Halbleinenmappe. Preis inkl. Luxussteuer
M. 415.—. Verlag F. Bruckmann A.-G., München.
STIAN LANDENBERGER*)
Diese Wandlung, die ja nur langsam vor sich
geht, ist entwicklungsgeschichtlich durchaus einwandfrei
zu begründen. Ihre Logik ist immanent.
Und die Situation, die dadurch geschaffen wurde,
ist so zwingend, daß auch Begabungen, die dieser
Bewegung zu widerstreben scheinen, vielleicht
mehr oder minder unbewußt diesem neuen Zeitgeist
in der Kunst ein Opfer darbringen. Ein
Opfer allerdings, das gerne, ja sogar mit Liebe
dargebracht wird.
Etwas präziser und konkreter ausgedrückt:
es bedeutet jedenfalls mehr als nur dem eigenen
Triebe folgen, wenn ein Künstler wie der Stuttgarter
Christian Landenberger, der im verwegensten
Sinne des Wortes Maler ist und nichts
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