Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 345
(PDF, 126 MB)
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EDMUND MOELLER

MEINE FRAU

allen Seiten sichtbar, der landschaftlichen Umgebung
den heiteren Klang gibt und wohl einfügsam
den geräumigen Platz architektonisch
beherrscht.

Das Tanzmotiv, das in dieser Figur zum ersten
Male Moellers Kunst in ihrer ausschließlichen
Eigentümlichkeit vollendet zeigte, kehrt dann
in bronzenen Tänzerinnenstatuetten mit dem
Ausdruck überschäumender Lebenslust wieder.
War in der großen Tänzerin die Ruhe in der
Bewegung gegeben, so werden in diesen Figür-
chen die rasch vorüberwirbelnden Tanzbilder
in drei verschiedenen Gestalten zu letzten Gesamteindrücken
verdichtet, die alle flüchtigsten
Bewegungen bis zum Gipfel der Groteske widerspiegeln
. Und wieder bewies er seine Meisterschaft
im künstlerischen Maßhalten, indem er
den tollen Überschwang der Tanzlust in Zügel
hielt und den wilden Taumel ohne Verzerrungen
statuarisch eingrenzte. So gelang es ihm,
neu in der Form eines monumentalen Impressionismus
, die Tanzfreude selbst plastisch zu
verbildlichen. Der letzte Endzweck dieser Statuetten
zielt sinngemäß auf die Schmuckwirkung
hin, und so hat Moeller die dunkelbronzenen
Tanzfigürchen auf schlanke Säulen aus grünem
Marmor von eigenartig sich steigernder Architektur
gestellt.

Ein neuer Ton wird in der überlebensgroßen
Gartenfigur in Porphyr angeschlagen, einer unbekleideten
jugendlichen weiblichen Gestalt, die
mit enggeschlossenen Beinen, die Fersen lüftend,

Die Kunst für Alle X.NXV.

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