Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 346
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EDMUND MOELLER

schlank aufgerichtet leicht vorgeneigt steht und
mit den Händen der im Ellbogen gebogenen
Arme den Kopf berührend aus leise geöffneten
Lippen den Ruf in die Ferne formt: Echo. Im
wahren Sinne eine Bildsäule. Das Geheimnis des
Widerhalls kann Anmut und bedeutsamen Ernst
verschmelzend nichttreffender vorgestellt werden.

Das Gefühlsmäßige in Moeliers Kunst äußert
sich mit mannigfachen Auswirkungen auch in
verschiedenen architektonisch zusammengefaßten
Einzelfiguren und Gruppen. Sinnliche Wärme
durchströmt und umweht den voll erblühten
Frauenkörper mit den üppig herabwallenden
Haarmassen in der Marmorfigur der Badeszene
und den schön geformten weiblichen Torso,
der wieder frei aus dem Stein gehauen ist.

FRAUENBÜSTE IN WACHS

Brünstig vertieft wird der Ausdruck in dem eng
sich umschlungen haltenden Menschenpaare, lieblich
gesteigert in den vielfältig wiederkehrenden
Gruppen von Mutter und Kind, in denen so
mannigfache Äußerungen von inniger Beziehung,
des Kosens und Scherzens, kindlichen Übermuts
und Mutterglücks, Gewährens und Behütens mit
der Kunst leisen Andeutens reizvoll und letztgültig
monumental vor Augen gestellt sind.

Vom Gesichtspunkt der monumentalen Wirkung
geht Moeller auch bei der Bildnisdarstellung
aus. Seine Behandlung zeigt, daß die Büste nicht
nur Bildnis, sondern zugleich Schmuck im Räume
sein soll und kann. Befreit von Zufälligkeiten
und Augenblickseinflüssen gewinnt bei ihm das
Wesen der Persönlichkeit eine Fassung, die sie

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