http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_41_1920/0420
LOUIS KÜLITZ
KINDERBILDNIS (1878)
rismus zu. Italienische Reisen, erst spät angetreten
, haben eine überraschende Fülle von
vorzüglichen landschaftlichen Skizzen ergeben,
die eine sichere Beherrschung des um die Jahrhundertwende
in den Kreisen, welchen Kolitz
amtlich zugehörte, keineswegs schon anerkannten
Impressionismus anzeigen. Diese Studien
stehen über den letzten, nicht mehr ganz erfreulichen
, allzu übertrieben auf ateliermäßige
Mache behandelten Landschaften des alternden
Meisters als eigenartige Reliquien einer bis zur
Grenze des Phantastischen reichenden, oft nur
in fleckenhafter Technik gegebenen, ausnahmsweise
breiter und weiter ausgeführten, immer
bildmäßig geschlossenen, auf tiefer innerer Liebe
zu der Schönheit der Natur begründeten farbensicheren
Landschaftseinfühlung.
Dieses wäre vielleicht der vorzügliche Inhalt
der ungewöhnlich reichen und wandlungsfähigen
Künstlerschaft von Louis Kolitz, dessen bedeutungsvolle
Erscheinung hier nicht nach seinem
ganzen Lebenswerke, sondern nach der für ihn
sehr vorteilhaften Auslese dieser Ausstellung zu
betrachten war, daß neben seiner naturalistischen
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