Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 406
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WILHELM FUNK

Münchner Glaspalast 1Q20. Künstlerge7iossenscha/t

AM FLÜGEL

Ausstellungen in diesen Räumen veranstaltet
rindet, desto peinlicher empfindet man den Mißstand
. Das Malen von Bildern für gewisse, dem
Autor des Bildes vorschwebende Wände des Glaspalastes
ist verbreiteter, als man meint, und hat zu
der gefährlichen ,.Stammplatz"-Taktik geführt.

Wenn man doch einmal die Gruppen innerhalb
des Glaspalastes die Säle tauschen ließe!
Wenn prinzipiell jeder Ausstellung zeitgenössischer
Werke einige Säle mit besten Gemälden
und Plastiken verklungener Epochen angereiht
würden! Wenn sich endlich für Graphik eine
bessere Ausstellungsart finden ließe als die der
Vertikalhängung wenn endlich auch die plastische
Produktion, deren Niveau heute, wenigstens
in München, ein durchschnittlich höheres
ist als das der Malerei, nicht in dem räumlich
zerrissenen, altmodisch-fürchterlichen Vestibül
aufgestellt würde! Und noch eins: wenn doch
die Sammelausstellungen vermehrt und gerade
den Besten, Tüchtigsten, Eigenartigsten gewidmet
würden! Diese in Sälchen oder an geschlossenen
und im Bildzusammenbau ruhig
angeordneten Wänden gezeigten Kollektionen
machen stets den besten Eindruck. Sie sind sozusagen
Oasen in der kunstvollen Wüste.

In diesem Jahre sind den Künstlern Stäger,
Baierl, Funk und von Verstorbenen Alexander
v. Wagner, Burmester, Multerer und Muschweck
solche Kollektivausstellungen gewidmet. Stäger
ist eine durch und durch graphische Natur.
Auch wenn er malt, schafft er Graphik, denn
er malt nicht im eigentlichen Sinne, sondern
koloriert, füllt Konturen mit Farbe. Auch ist
das Moment der Anschauung vollkommen verschlungen
von dem der Vorstellung. Seine
wahrhaft dichterische Phantasie ist unablässig
am Werk. Er erzählt, fabuliert, erfindet, übertreibt
und hat sich dafür einen ganz auf die
Linie gestellten, ganz von ferne an die Umrißzeichnungen
Flaxmanns und Genellis gemahnenden
Stil zurechtgelegt. Im Gegensatz
zu Stäger ist Theodor Baierl der typische Maler.
Er geht kräftig in die Farbe. Daß er einst

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