http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_41_1920/0476
KARL CASPAR
Münchner Glaspalast iQ2o. Neue Secession
MUTTER UND KIND
nissen von wahrhaft vornehmer koloristischer
Haltung, die Fritz Rhein zur Ausstellung
sandte (Abb. S. 407). Julius Diez hat sich mit
seinen froh fabulierenden Aquarellen mehr auf
die Seite der Graphiker geschlagen, die viel
Erfreuliches sandten; besonders fällt E. L. Euler
mit delikaten Zeichnungen auf (Abb. S. 409).
Das Gesicht der Säle der Künstlergenossenschaft
ist im großen und ganzen Jahr für Jahr
dasselbe. Da und dort tritt einmal neben den
bewährten fast schon historischen Größen ein
frischer neuer Mann hervor. Otto Dill, der
kühne Raubtiermaler, und der bunte, lustige
Maximilian Schels bringen etwas Bewegung in
das wohltemperierte Gesamtbild. Für die kleinen
Gruppen ist die Gefahr der Inzucht natürlich
besonders groß. Zuführung frischen Blutes und
neuen Geistes, auch wenn das wohlbehütete
Gesamtbild dadurch zunächst ein wenig gestört
wird, tut not. Wie wohltuend wirken die neuen
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