Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 417
(PDF, 126 MB)
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MARIA CASPAR-FILSER

Münchner Glaspalast 1Q20. Nette Secession

STILLEBEN

Leute, zum Beispiel der temperamentvolle Landschafter
Pippel (Abb. S. 408), im Bilde der
Luitpoldgruppe!

Unter dem nämlichen Glasdach, aber sonst
streng getrennt und nur durch ein gesondertes
Tor erreichbar, haust die Neue Secession. Auch
ihr drohen die Gefahren, die den kleinen Gruppen
insgesamt verderblich werden, an denen die
„Scholle" zugrunde ging und die einst zur
Gründung gerade der Neuen Secession führten,
weil sie sich nur so vor der Stagnierung innerhalb
der Secession glaubte retten zu können. Die
Hauptgefahr ist Exklusivität, Abschließung
gegen Andersdenkende, Einstellung auf einen
kleinen Kern Gleichgesinnter. Gewiß: auf den
künstlerischen Kräften eines Caspar und einer
Maria Caspar-Filser (Abb. S.416 und 417), eines
Püttner, Feldbauer, Heß, Cöster, Schinnerer,
Teutsch, Gött, Großmann, Unold, Seewald,
Pellegrini liegt ein entscheidendes Teil der

künstlerischen Gegenwart Münchens, aber sie
alle sind in gewissem Sinne schon „Arrivierte",
und wie wird es dann nach ihnen weitergehen,
wo ist die Jugend, die von ihnen abzweigt ?
Jede Ausstellung soll über sich hinaus nach vorwärts
weisen, verheißen, nicht allein erfüllen.
Daß man in der Neuen Secession einen Bluffer
zuließ wie Johannes Malzahn, der seine Bilder
buchstäblich aus aufgeklebten Atlantenausschnitten
, aus Garnetiketten und Zündhölzer-
schachteldeckeln zusammenbaut, also Kitsch-
Mosaik zur Ausstellung bringt, das will ich
nicht als künstlerische Tat gelten lassen. Mit
solcher „Zukunft" muß man uns verschonen.
Im Gegenteil: ich halte dafür, daß eine Ausstellung
, die gleichzeitig eine in ihrer Abrun-
dung so fesselnde Kollektion wie die Kanoldts
zeigen kann, an Ernst und Würde einbüßt, wenn
sie derartige Brüskierungen der Kunst neben
echten Werten duldet. Georg Jacob Wolf

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