Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 430
(PDF, 126 MB)
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HANS NADLER

LANDSCHAFT MIT WEGGABELUNG

Sommerausstellu7ig der Kiiustlervereinigung Dresden ig20

zum Dekorativen: Die blauen oder gelben Pferde,
die gelbe Kuh, der Affenfries sind bezeichnend
für diese Wandlung, Werke, die an dekorativer
Schönheit so vieles offenbaren, endlich kommt
Marc zu den rein schmuckhaft malerischen, oft
wilden Farbengebilden, in denen man nur mit
Mühe noch hier und da Tierformen errät. Mancher
wird bis zu diesen Endergebnissen expressionistischen
Strebens nicht mehr mitgehen
mögen. Aber klar und deutlich sieht man in
dieser lehrreichen Sammelausstellung den Weg,
der den Künstler folgerichtig zu solchen Ergebnissen
geführt hat. Man möchte glauben,
daß er den früh vollendeten Künstler nicht
weiter geführt hätte und daß es ein Darüberhinaus
überhaupt nicht gibt.

In der Plastik tritt am bedeutendsten Karl
Albiker auf: Das große Giebelrelief zum Konzerthause
in Karlsruhe — die aus dem Meere
auftauchende Aphrodite — in scharf betonter
Aufplattung der Körper auf den unwirklichen
Hintergrund ohne alle Deckungen und Überschneidungen
zeigt ebenso viel Stilgefühl, wie
die schlanken Jünglinge, die Kinderbüsten, der
feine Mädchenkopf, die lebensgroße Trauernde
allenthalben Eigenart und echtes Empfinden
für das rein Plastische offenbaren. Daneben ist
Edmund Möllers überlebensgroße ägyptisierende
Gestalt der Echo in rotem Porphyr als ein
sehr bedeutsames Werk zu rühmen. Die männliche
Figur von Edwin Scharff erscheint wie
ein echter fester Kanon der menschlichen Gestalt
, nur ist der Kopf merkwürdig klein und
ausdruckslos. Seine beiden weiblichen Büsten
in schwarzer Bronze erfreuen durch ihre feine
Geschlossenheit und ihre Sicherheit in der Erfüllung
der Erfordernisse aus dem Material.
Dasselbe gilt von Georg Kolbes ausdrucksvoller
„Auferstehung". „Die Hockende" von Georg
Wrba ist mehr ein Zeugnis für verständnisvolles
Eingehen auf natürliche Bewegung. Ruhe
und absonderliche Bewegung beherrscht Josef
Wackerle in gleich sicherer Weise in der „Wasserträgerin
", in dem Stierkampfspiel und in der

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