Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 434
(PDF, 126 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_41_1920/0496
von 1917 und 1918 sicher nicht. Aber das war
ja schließlich nicht die Absicht der Veranstalter,
denen es doch nur darauf ankommen konnte,
zum ersten Male in den geheiligten Räumen des
Düsseldorfer Kunstpalastes die Werke der neuen
Kunst zu zeigen. Letzten Grundes ist die Ausstellung
wie so viele andere doch nur ein Resultat
der Umwälzungen, die der Krieg und die
Revolution mit
sich gebracht haben
und von
diesem Gesichtspunkte
aus wird
man dann auch
zu einer gerechten
Beurteilung ihrer
Fehler und Vorzüge
kommen und
ihre Bedeutung für
die Düsseldorfer
bezw. rheinische
Kunst einschätzen
.

„Bei rheinischer
Kunst denkt man
immer noch zuerst
an die Kunst in
Düsseldorf, das
nun einmal als die
spezifisch, als die
offiziell rheinische
Kunststadt gilt.
Man tut allen denen
damit unrecht,
die in anderen
rheinischen Städten
oder fern vom
Rhein, aber unter
treuer Wahrung
rheinischer Eigenart
, ihrer Arbeit
still für sich nachgegangen
sind, wie
man denn draußen
im Reich überhaupt
nur einesehr
mangelhafte Vorstellung
von dem geistigen Leben seines Westens
hat. Wer weiß denn dort etwas davon, wie man
in Köln, wie man in Essen und in den großen
und kleinen Städten des Industriebezirks über
zeitgenössische Kunst denkt? Man hat hier viel
früher und vor allem viel warmherziger um sie
gerungen als in anderen Städten des Reichs,
wo sie nun zur großen Mode geworden ist,
oder wo schon wieder das gestern noch hell
flackernde Feuer — war es Strohfeuer? — mit
dem kühlen Wasserstrahl der Skepsis zu löschen

GEORG WRBA HOCKENDE

Sommerausstellung der Künstlervereinigung Dresden IQ20

versucht wird. Man denke an den „Sonderbund",
der nicht künstlich Gemachtes, sondern aus dem
Boden Gewachsenes war, auch wenn die französische
Kunst, was doch gerade in dem Grenzlande
nicht verwundern darf, bei diesem kurzlebigen
Kinde die Patenschaft übernommen
hatte. Düsseldorf stand mit der großen Mehrheit
seiner Künstlerschar damals abseits. Es

bildete im rheinischen
Kunstleben
eine Insel und
insulare Sonderund
Machtgefühle
lenkten, wie in
Britannien, seine
kunstpolitischen
Maßnahmen."

Diese Sätze,
die der Direktor
der Düsseldorfer

Kunstsammlungen
, Prof. Dr.
Koetschau, gelegentlich
der Ausstellung
des „Jungen
Rheinlandes"
in Düsseldorf im
Jahre 1919 niederschrieb
, möchte
ich in Erinnerung
bringen, um zum
Schluß auf einen
eigenartigen Charakterzug
der diesjährigen
Düsseldorfer
Kunstausstellung
aufmerksam
zu machen,
nämlich, daß die

auswärtigen
Kunststädte, vor
allem Berlin, nicht
so vertreten sind,
wie es ihrer Bedeutung
entsprochen
hätte.Es sieht
fast so aus, als ob
man dort kein besonders großes Gewicht auf diese
Ausstellung gelegt hätte und deshalb in der Auswahl
der Sendungen nicht besonders sorgfältig
gewesen wäre. Die etwas allzu reservierte Art,
mit der man in Düsseldorf den modernen Kunstrichtungen
gegenüberstand, hat sicher zu dieser
Erscheinung beigetragen, und wenn es auch nur
der einzige Erfolg der Ausstellung bliebe, dieses
Vorurteil gebrochen zu haben, so kann man das
schon als einen Erfolg und eine gute Vorbedeutung
für die Zukunft begrüßen. H. W. Hupp

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