Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 18
(PDF, 108 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_42_1920/0034
PAUL DRESSLER-ST. GEORGEN AM AMMERSEE

FAYENCESCHALE

Welt der Formen zu schaffen. So entgegengesetzt
die neuen Erscheinungen dem Ziele des
Impressionismus auch sind, diesen Versuch, den
Umweg über das Literarische zu überwinden,
haben sie miteinander gemein. Der Impressionismus
suchte die Welt der sinnlichen Wahrnehmungen
ohne diesen Umweg im Bilde einzu-
fangen, der Expressionismus sucht der Welt
der geistigen Vorstellungen ohne diesen Umweg
im Bilde habhaft zu werden.

In diesen geistigen Vorstellungen heben die
jungen Stürmer bei ihren tastenden Versuchen
einstweilen noch das Verschiedenartigste heraus
. Dem einen ist die Hauptsache die bunte
Mannigfaltigkeit verschiedener halbentwickelt
sich überschneidender Eindrücke, die als Niederschlag
alles Erlebens im Geiste zurückbleiben;
— dem zweiten ist das Wesentliche, die Art,
wie die Dinge sich unserem geometrisch organisierten
menschlichen Wesen einordnen, und es

zeigt sich ihm das geistige Bild in geometri-
sierenden Formen; — dem dritten knüpfen sich
die geistigen Vorstellungen an bestimmt herausgegriffene
, stark unterstrichene Sonderheiten der
äußeren Erscheinungen; — andere wollen sie nur
mit dem Fluß von Bewegungen verbinden, ohne
daß die Träger der Bewegung ihr Interesse beanspruchen
; — wieder andere verbinden sie statt
dessen mit der Farbe oder auch mit Bewegung
und Farbe, während die Form zurücksinkt zum
neutralen Instrument solcher Erscheinungen. Mit
dem Zurückdrängen der Form verschwindet zugleich
die Bedeutung des konkreten Raumgefühls,
und ein unbestimmter Raumbegriff, der sich dem
Zweidimensionalen nähert, tritt an die Stelle.
Das gibt, in bestimmte Persönlichkeiten umgesetzt
, die seltsamste Gesellschaft. Severini steht
neben Picasso, — Pechstein neben Archipenko, —
Marc neben Kandinsky. Aber so verschiedenartig
, ja entgegengesetzt, sie nebeneinander sein


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_42_1920/0034