Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 30
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JOSEF WEI SS-PLAN EGG

HOLZSCHNITT: FRUCHTBARKEIT

Weiß', die irgendwie aus der Mystik biblischen
Geschehens erwachsen sind: den überweltlichen
Kampfszenen, wie dem „Endkampf" und dem
Ringen Jakobs mit Gott, dem köstlichen Lichterlebnis
der Flucht nach Ägypten und vor allem
den höchst visionären Genesisszenen, der Schöpfung
und der Erschaffung des Weibes. Steht
in ihnen die Lichterscheinung Gottes im Vordergrunde
, umgeben von der Fülle seiner gedachten
oder schon erschaffenen Gestalten, so
kreist um ihn der ganze Ring der Welt: die
höchste Phantastik des Raumes dient dem
Künstler hier zur Vertiefung und Symbolisierung
eines optisch unfaßbaren Vorganges.
Mit der Titanengebärde Michelangelos hat kein
Künstler ungestraft in Wettbewerb treten können
; aber die Mystik des Raumes stand auch
dem heutigen Künstler noch offen: haben doch

neben Dürer kaum einige nordische Meister
wie Grünewald, Altdorfer, Breughel d. Ä. sich
auf dieses recht eigentlich gotische Gebiet gewagt
, das der herrischen Architektur vorbehalten
schien. Hier gibt es noch grenzenlose
Möglichkeiten, die von der neueren Malerei seit
Odilon Redon und Münch (man könnte fast
auch G. Dore schon dazu zählen) begonnen
sind, auszubauen; hier liegt vor allem eines
der stärksten Mittel des Mystikers in Josef
Weiß. Es ist nicht damit getan, daß er den
Horizont nach Art einer Aureole im Kreise um
die Gestalten des Mittelpunktes herumzieht:
das Unbestimmte und Abstrakte des Holzschnittes
bietet sich ihm zu fast unbegrenzten
Formungen des Ungeheuren dar. Erde und
Himmel, Wolken und Strahlengarben, die Himmelslichter
, eine ganze Symbolik des Grenzen-

3?


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