Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 34
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HANS THOMA

HANDGEWEBTER TEPPICH: „WASSER"

liehen Gegenstände in zarten Farben und ganz
flächig gehalten. Nur die zinnoberrot aus grüngrauem
Laubwerk leuchtenden Vogelbeerbüschel
bilden einen starken koloristischen Akzent in
dem silberigen Grau der Fläche. In der „Luft"
hat der Meister das Thema der später oft behandelten
Wundervögel aufgenommen und
damit eine Komposition geschaffen, die in der
Raumaufteilung und Formbehandlung allen Anforderungen
entspricht. Im „Wasser" ist die
phantasievolle Fabulierlust Thomas mit dem
Delphinreiter zu einer sinnvollen Verwendung
gekommen, insofern die Delphinleiber sich dem
Wellenspiel in Form und Wirkung anpassen.
Im „Feuer" ist die außerordentliche Gabe des

Künstlers, die Gegensätze zu vermitteln, glänzend
zum Ausdruck gebracht, indem der glühendrote
Abendschein sich auf dem fallenden
und steigenden silbrigen Wasser spiegelt.

Mit dem Teppich „Kastanienhain" hat Thoma
die bedeutenden Raumwerte des Urbildes auf
die Fläche zu vereinfachen vermocht, ohne die
schöne Bildwirkung zu verflachen. Der alten
Webetechnik am nächsten kommt aber wohl
der große Behang der „Gralsburg", wo Raum-
und Flächenwerte eine schöne Einheit eingegangen
sind und in der gedämpften Farbigkeit
eine reine Harmonie gefunden haben.

In den „Vier Elementen" verkörpert sich
aber nicht bloß ein für das Leben wichtiger

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