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ARCH. E. ECKENSTEIN-BASEL DAS SINGERHAUS IN BASEL: GALERIE
Konsolen getragenen Dachgesims bildet das vermittelnde
Glied zum Dachstuhl.
Wenn zwischen der Grundfläche und der
Fassade eine gewisse Disproportion nicht abgeleugnet
werden kann, so liegt die Schuld
daran an den Verhältnissen : der Bauherr konnte
nicht mehr Terrain bekommen und so mußten
er und die Architekten mit den 231 qm, auf
denen heute der stolze Bau steht, vorlieb nehmen
und sich damit abfinden. Selbstverständlich
kommt das Gebäude zu voller Wirkung erst bei
entsprechender Bebauung des ganzen Komplexes.
Auf diesem engen Raum, der die Lösung des
Grundrisses bestimmte, wurdeaber von den Architekten
trotzdem alles vom Bauherrn Gewünschte
untergebracht. Vor allem ist auch das Kellergeschoß
reichlich ausgenützt. In Verbindung mit
dieser Raumdisposition sei gleich ein Wort über
die technischen Einrichtungen gesagt. Zunächst
finden wir im Souterrain drei Kühlräume und
sechs Kühlschränke in zweckmäßiger Weise zusammengestellt
, so daß die Kälteverluste durch
Außenwände auf ein Minimum beschränkt werden
. Die Kälteabgabe erfolgt durch eine Kohlensäure
-Kühlmaschine, wobei zum Teil direkte,
zum Teil indirekte Kühlung angewendet wurde.
Der ganze maschinelle Teil besteht aus dem
Kohlensäurekompressor von 4000 Kai. und einem
Elektroventilator. An die Kühlräume schließen
sich verschiedene Geschäfts- und Vorratsräume
an. Im Kellervorplatz sind Garderobeschränke
fürs Personal; neben dem Personenlift, der vom
Keller bis und mit Kehlstock alle Etagen bedient
, liegt der Motorraum des Personenlifts.
An den Liftmaschinenraum schließt sich der
Raum für die Entstaubungsanlage an. Diese
Anlagen zählen zu den jüngsten Errungenschaften
unserer modernen Gesundheitstechnik.
Es sind Einrichtungen, die den Staub aus allen
Räumen, von dem Fußboden, von den Wänden,
aus den Teppichen und aus den Möbeln, aus
allen Ecken gründlich und ohne Belästigung
absaugen und aus den Gebäuden entfernen.
Die elektrisch betriebene, eine kräftige Saug-
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