http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_42_1920/0086
besonders lebendig gemacht hat, in dem seine
Wurzeln liegen, der andere ein kühler Zergliederer
, dem sich der Begriff Gotik mit keiner
Zeit und keiner Form verknüpft, sondern nur
mit einer bestimmten Art der künstlerischen
Auffassung. Gemeinsam ist beiden eines, der
Gegensatz zum Griechischen; aber während
Much diesen Gegensatz gleichsam als ein Ringen
betrachtet, in dem das gotikfeindliche Prinzip
, besonders wie es sich im neuerweckten
Griechentum der Renaissance zeigt, vernichtet
werden sollte, sieht Scheffler mit dem Auge
des Philosophen in diesem Ringen den ständigen
Wechsel zweier entgegengesetzter Prinzipien,
die ewig nebeneinander bestehen werden, nur
daß er deutlich erkennen läßt, daß für ihn die
Höhepunkte künstlerischer Wertigkeit in denjenigen
Epochen liegen, die dem gotischen Geist
die Oberhand gewannen.
In der Tat können wir wohl in diesen bei-
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