Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 80
(PDF, 108 MB)
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ARCH. P. BIRKENHOLZ-ZÜRICH WOHNHAUS IN ZÜRICH: BÜCHERSCHRANK AUS DER BIBLIOTHEK

„EXPRESSIONISMUS" UND ARCHITEKTUR

Von Baudirektor Fritz Schumacher-Hamburg

(Schluß)

Und wenn wir nun schließlich nach diesem
langen Umweg grundsätzlicher Feststellungen
zu der Frage zurückkehren, von der wir ausgingen
, so wird vielleicht, trotz des Umweges,
das Ziel plötzlich sehr nahe zu liegen scheinen.
Wir frugen uns, ob das, was in den darstellenden
Künsten, vor allem in der Malerei, so
ungestüm vom Sinnlichen zum Geistigen drängt
und dort auf dem begrifflich viel besser und
leichter umgeackerten Boden der freien Künste
sich willig in die Schlagworte vom „Impressionismus
" und „Expressionismus" bannen läßt,
eine Sondererscheinung ist, gleichsam eine jener
kleinen, schnell abebbenden Nebenwellen, die
jede Entwicklungslinie umspielen, — oder ob
wir hier das Symptom eines großen, neu anhebenden
Wellenzuges vor uns haben, der die
ganze Kunst durchzieht, mithin auch in der
Architektur sichtbar sein müßte. Um das wirklich
überschauen zu können, mußten wir uns
zunächst von den äußerlichen Kriterien freimachen
, an denen man leicht hängen bleibt,
wenn man nicht das Begriffliche aus den Erscheinungen
loslöst und so die verschiedenen
Größen, die man miteinander in Beziehung setzen
will, gleichsam auf den gleichen Nenner bringt.
Jetzt erst kann man mit ihnen operieren. Die
Art und Weise, wie sich die gleichen Kräfte
in der einen und in der anderen Kunst äußern,
ist so verschieden, daß man im ersten Augenblick
, wenn man nur die Ergebnisse betrachtet
, ihre Verwandtschaft gar nicht erkennt und
das Vergleichbare vielleicht in irreführenden
Nebensachen sucht. In Wahrheit können wir
es lediglich in jenen Grundkräften suchen, die
sich nur als allgemeine Begriffe fassen lassen.
Wenn uns der innere Zusammenhang solcher
Begriffe klar geworden ist, dann ergibt sich
daraus sogleich, daß das, was uns in der Baukunst
als ein Zug zum Struktiven, als ein Ringen
mit dem Problem des Skelettbaues, als
ein Streben nach der Macht des Ausdrucks im

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