Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 126
(PDF, 108 MB)
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GARTENARCH. FR. GILDEMEISTER-BREMEN

eigentlich von selbst gegeben sein. Kiesbeton,
der sich aus wärmetechnischen und hygienischen
Gründen für den Wohnhausbau auch sonst
nicht empfiehlt, wird meist eine gewisse Glätte
besitzen, die vielleicht durch Aufrauhung der
Brettverschalung oder Anwendung ungehobelter
Bretter zu vermeiden ist. Auf jeden Fall
sollte die besonders charakteristische Technik
des Guß- und Stampfbetons, eben die Herstellung
in aus einzelnen Brettern zusammengesetzten
Schalungen, auch für die künstlerische
Behandlung des Materials richtunggebend sein.
Beim Betonrohbau heben sich z. B. die Fugen
zwischen den Brettern deutlich ab, sie könnten
in bewußter Fortentwicklung genau so zum
architektonischen Motiv werden wie die Fugen
beim Ziegelroh- oder Werksteinbau. Ein weiteres
wichtiges Moment liegt in der Überwindung
der Farbeintönigkeit der Betonwände.
Auch hier muß jede absichtliche Gleichmäßigkeit
vermieden, darauf eher Bedacht genom-

AUS DEM VORGARTEN TH. IN CASSEL

men werden, die natürlichen Zufälligkeiten der
Mischungen z. B. beim Schlackenbeton, herauszuholen
, durch farbige Beimengen noch zu verstärken
. Farbe und Struktur durch nachträgliche
Steinmetzbehandlung des Betons erzielen
zu wollen, muß, zumal beim Kleinhaus, als verfehlt
bezeichnet werden. Da die Wände aus
Sparsamkeitsgründen so dünn wie möglich sein
sollen, würde jedes Behauen der Mauermasse
ihre Standfestigkeit schwächen. Einen Vorsatzbeton
aber verbietet das Gebot größter
Sparsamkeit.

Was vom Schlackenbeton gilt, ist auch auf
den rheinischen Schwemmstein und seinen Ersatz
, den Kunstbims- oder Hochofenschwemmstein
, anwendbar, deren körnige Struktur zusammen
mit den Fugen und dem großen Steinformate
eine sehr wirksame Wandgestaltung
ermöglicht. Dem Guß- und Stampfbeton in
der Richtung der künstlerischen Ausbildung
nahe steht der Lehmstampfbau, der für länd-

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