Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 153
(PDF, 108 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_42_1920/0181
RAUCH- ODER TEETISCHPLATTE AUS MESSING. GEHÄMMERT, MIT GEÄTZTEM GRUND
Entwurf und Ausführung: Neues Münchner Kunstgewerbe, G.m.b.H., München

MÜNCHNER METALLKUNST

In den Jahren 1903 und 1904 fanden zwei kleinere
Ausstellungen von lokaler Bedeutung in Dinant
und Middelburg statt, auf denen in einer stattlichen
Reihe von Exemplaren Erzeugnisse einer
einst hochberühmten Industrie dieser Städte,
nämlich getriebene Messingarbeiten, aus früheren
Jahrhunderten vorgeführt wurden. Waren es
auch meist Geräte für den kirchlichen Gebrauch,
so befand sich doch auch eine große Anzahl
von Gegenständen profanen Herkommens
unter ihnen. Und nur mit geteilten Gefühlen,
mit starkem Neid konnte man diese Zeugen
einer früheren hochstehenden Kultur, diese in
Schmuckform und Technik gleich gediegenen
Arbeiten betrachten. Denn Gleichwertiges konnte
man damals noch wenig dem alten Hausrat in
gleichem Metall entgegensetzen, und das Betrüblichste
war, daß eine wilde Überschwemmung
mit angeblich kunstgewerblicher Ware,

in Wirklichkeit mit Kitsch schlimmster Sorte
eingesetzt hatte, der alle Sünden gegen den
guten Geschmack und die Regeln eines soliden
Handwerks auf einmal begangen hatte. Gestanzte
und gepreßte Schleuderware mit mißverstandenen
Jugendornamenten war damals in jedem
Bazar zu finden, geschmackvergiftend und abtötend
.

Heute ist ja nun vieles besser geworden, wenn
auch diese messingenen Scheußlichkeiten immer
noch nicht ganz ausgerottet sind. In die Reihe
derer, die mit dem Guten das Schlechte bekämpfen
, hat sich nun auch die Firma „Neues
Münchner Kunstgewerbe", G.m.b.H., mit einer
stattlichen Anzahl von neuen Arbeiten gestellt,
die wohl allen Anforderungen, die man an
Form, Schmuck und Technik zu stellen berechtigt
ist, entsprechen, und durch die aparte
Schönheit ihrer Erscheinung auch den verwöhn-

Dekorative Kunst. XXIII. 5. Februar 1920

153

2 I


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_42_1920/0181