Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 160
(PDF, 108 MB)
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noch nicht dagewesenen Kunstformen gesucht
worden, ein Streben, das oft zu bizarren, unkonstruktiven
Spielereien führt, sondern die Zweckbestimmung
ist sorgfältig im Auge behalten
worden und demgemäß die äußere Erscheinung
gestaltet. Auch auf ein altes Modell, eine
schöne Kanne schweizerischen Ursprunges (Abb.
Seite 155 links) ist zurückgegriffen, die die geeignetste
Form für die beabsichtigte Funktion
bot. Angenehm berührt bei den Gegenständen
die angemessene Verwendung des Ornaments,
die weder mit überladener Verschwendung der
Schmuckformen prunkt, noch durch allzu sparsame
Anbringung von Dekor den Eindruck der
Leereund Phantasielosigkeit erweckt. Und durch
die Verwendung des Ornaments an richtiger
Stelle wird ein wohltuendes Gleichgewicht, eine
innere Harmonie und richtige Proportion zwischen
Gegenstand und Schmuck erzielt. Der
Dekor selbst ist in seinen Motiven äußerst
mannigfaltig gestaltet; bald überzieht ein reiches
Gewirr von Ranken und Schlingwerk ähnlich
dem mancher vorderasiatischer Stücke, den Bau,
oder ein leichtes geometrisches Muster umgibt
in klarer Logik, frei getrieben, ein Meisterstück

technischer Leistungsfähigkeit, eine große Schale
(Abb. S. 157 rechts). Auch schwach stilisierte
Vorwürfe aus dem Tierreiche, — manche lassen
an Pallissys kostbare Keramiken denken — sind
da, wo es zweckentsprechend erschien, verwendet.
So entstanden aus der weisen und überlegten Berücksichtigung
des Materials, dem eine gewisse
Behaglichkeit zu eigen ist, und seiner Bearbeitung
, sowie der besonderen Zwecke, Stücke
von vorbildlicher Güte, geeignet, eine der ersten
an kunstgewerbliche Arbeiten zu stellende Forderungen
, Freude am Besitze zu wecken, zu
erfüllen, und fähig, auf dem Weltmarkte konkurrenzfähig
zu werden.

Die Arbeiten des noch jungen Unternehmens,
das in seinem künstlerischen Leiter Wörle einen
in langjähriger Praxis in der Metallkunst groß
gewordenen Fachmann an seiner Spitze hat,
haben auf der letzten Leipziger Messe berechtigtes
Aufsehen erregt und ihm zu begrüßende
Aufträge aus dem neutralen und selbst feindlichen
Auslande eingebracht. Noch sind es
erst Anfänge, aber glückverheißende, die die
Firma zu wertvollen Arbeiten aparten Reizes
geführt hat. W. Burger

OVALE KEKSDOSE UND DOSE IN MOHNFORM (MESSING ZISELIERT)
Entwurf und Ausführung: Neues Münchner Kunstgewerbe, G.m.b.H., München

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