Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 174
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ARCH. PHILIPP NITZE-DAHLEM

HAUS RASSOW IN FALKENBERG
IN DER MARK □

ist dieser inbrünstige Glaube fremd, ebenso
fremd, wie das transzendente Empfinden und
die scholastische Philosophie der gotischen Welt.
Als die vorwiegende Tendenz des modernen
Lebensgefühls kann man bei einigem Optimismus
und Einstellung des Bildes sub specie aeter-
nitatis die Überwindung des Mammonismus,
die Entthronung der materiellen Güter bezeichnen
. Während vor dem Kriege die letzten Ausläufer
des naturwissenschaftlichen Jahrhunderts
mit ihrer maßlos übertriebenen Ehrfurcht und
Objektivität gegenüber den Dingen einen bleiernen
Frieden über die Erde legten, erwacht
heute allerorten die Kraft des Geistes, die Idee
des Menschen als Mittelpunkt aller Dinge. Aber
seltsam; so groß dieser Gedanke als Zentralbegriff
unserer Zeit erscheint, so sehr damit

die Einstellung unserer Kultur auf ein positives
Ziel endlich wieder in den Bereich der Möglichkeit
gerückt ist, der Fluch der Dissonanz
offenbart sich, wenn wir gegenüber dieser Tendenz
des Geistes zur Überwindung des Mammonismus
an den aus eben diesem Mammonismus
und Kapitalismus als gegensätzliche Bewegung
geborenen Sozialismus denken. Denn
der Sozialismus, wie wir ihn heute kennen,
sucht den Kapitalismus nicht durch den Geist
zu überwinden, sondern lediglich durch eine
Umgruppierung der materiellen Güter und
Machtmittel: so auch ward die November-
Revolution des deutschen Menschen im Laufe
der Wochen herabgezerrt zur bloßen Lohnbewegung
, zur Rauferei um den besten Platz
an der Futterkrippe. Primum vivere, deinde

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