Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 200
(PDF, 108 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_42_1920/0232
I

— einem solchen Betriebe eigentümlichen —
Bleiverglasung organisch wirkende Metallfassungen
zu entwickeln. Es wurden natürlich
auch bereits Versuche gemacht, diese durch
eingehende Studien und Proben errungenen
Vorzüge nachzuahmen. Es kamen aber nur
minderwertige Erzeugnisse zutage, die weit
hinter den Vorbildern zurückblieben.

Worauf bei den Beleuchtungskörpern — von
denen eine größere Anzahl hier abgebildet ist —
besonderes Gewicht gelegt wurde, das sind edle
Linien und gute Proportionen. Ein Vorzug der
Verwendung von Glas ist, daß der eigentliche
Lichtwerfer — der sonst meist offen ist —
völlig verdeckt werden kann, wie das besonders
bei den schalenförmigen Konstruktionen der
Fall ist (Abb. S. 204 Mitte). Statt des sonst
üblichen Marmors sind hier Glasflächen in künstlerischer
Weise zusammengestellt. Wo diese

Schalen in Konkurrenz treten mit ähnlichen
Beleuchtungskörpern aus Stoff, da spricht ihr
Hauptvorzug, die große Reinheit, besonders
deutlich. Die überfangenen Gläser gewähren
eine gleichmäßige Lichtverteilung nach Außen,
nach Oben — gegen die Decke — aber wirkt
der starke Reflex der weißen Innenflächen.
Unter Zuhilfenahme von Goldglas (einem Patent
der Firma) können feine Dekorierungen
erreicht werden, die bei auffallendem Licht metallgolden
, bei Beleuchtung aber gelblich transparent
wirken. Den Körpern haftet also auch bei
Tageslicht nichts Lebloses und Starres an. Trotzdem
wirken sie massig und stabil, was die
Abbildungen leider nicht völlig wiedergeben
können. Auch Unterglasmalereien kommen vorteilhaft
zur Anwendung.

Von den größeren Lampen ist die auf S. 201
abgebildete eine ausgesprochene Speisezimmer-

200


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