Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 216
(PDF, 108 MB)
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und inspirieren seine
Glieder zu etwas Universalem
, zu etwas Totalem
. Die Bewegungsimpulse
strömen von
allen Punkten der umhüllenden
Raumschale
aus und verpflichten
zugleich umgekehrt,
nach jeder Richtung
hin schön zu wirken.
Wie ungleich gesteigerter
ist eine solche
Raumeinwirkung als
Kulissen mit dem ganzen
Chaos verwirrender
Lichter und Löcher!
Auf der Bühne wird
der Tanz immer wieder
zu zeichnerisch
zweidimensionaler Silhouettenwirkung
verleitet
, er kann sich nicht
von der Schaubühnenfläche
emanzipieren
und in den dreidimensionalen
Raum steigern
. Er lehnt sich
immer wieder an Requisiten
und nebensächliches
Beiwerk an,
statt sich zu verselbst-
ständigen, ganz auf sich
allein zu stellen und
in den Mittelpunkt des
Geschehens und der
Zuschauer zu treten.

Deshalb scheint mir
der nächste große Entwicklungsschritt
des
modernen Tanzes vom
architektonischen Rah-

JOH. VIERTHALERMÜNCHEN
men abhängig zu sein,
ja von ihm ausgehen
zu müssen. Wie er sich
zeitrhythmisch durch
die Musik befruchten
ließ, muß ihn nun
raumrhythmisch die
Architektur in ein neues
Stadium heben. Die
abgebildeten Skizzen
sind ein kleiner Versuch
zu einem Übungsraum
, der am Rande
und in dem oberen
Umgang seiner zehn
Meter messenden Kugel
zugleich für 200 Zuschauer
Platz bieten
würde. So ließe er sich
auch zu Vorstellungen
verwenden, was die
Rentabilität des an sich
billig herzustellenden
Gebäudes sichern würde
. Wer die Not der
vielen auf ganz unzureichende
Räume angewiesenen
Tanzschulen
kennt, muß das
Bedürfnis anerkennen.
Und wenn man z. B.
im Englischen Garten
in München für den
Fußballsport ein Haus
mit großem Platz zur
Verfügung gestellt hat,
so müßte sich für die
ungleich wichtigere
Tanzkunst auch ein
Plätzchen finden lassen
.

Herman Sörgel

SIEGERIN (BRONZE)

2l6


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