Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 217
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DAVID GILLY

SCHLOSZ FREIEN WALDE

SCHLOSZ FREIENWALDE AN DER ODER

Hand in Hand mit der Wiedergesundung des
architektonischen Empfindens ist unserer
Generation seit einem Jahrzehnt das Verständnis
für die vor hundert Jahren abgerissenen
Überlieferungen der deutschen Baukunst aufgegangen
. Allenthalben bemühen sich Künstler,
Kunstfreunde und Forscher um die Aufnahme,
Bekanntmachung, die Erhaltung und Nutzbarmachung
der völlig in Vergessenheit geratenen
Schätze des heimischen Bauhandwerks um i?co.
Gegenwärtig wird durch die Forderung unserer
Zeit nach größter Sparsamkeit, nach den einfachsten
Mitteln der anregende Wert der Schöpfungen
dieser auf Schlichtheit, Sachlichkeit und
Bürgerlichkeit gerichteten deutschen Baukunst
noch erhöht. Unter den zahlreichen damals
blühenden Bauschulen im Norden und Süden
Deutschlands hat die Berliner bei weitem den
ersten Platz eingenommen. Hier hat sich in
den letzten beiden Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts
ein geschlossener Stil entwickelt. Das
geistig lebendige Element des Klassizismus trat
in Berlin in reinster Gestalt zutage. Nicht nur
Schinkel, auch die beiden fruchtbarsten Baumeister
Süddeutschlands im ersten Drittel des
19. Jahrhunderts, nämlich Weinbrenner und
Klenze, haben hier den ersten Keim zu ihrer
Kunst empfangen. Das von dem Verfasser dieser
Zeilen im Jahre 1914 herausgegebene Buch
„Berliner Baumeister vom Ausgang des 18. Jahrhunderts
" (Berlin, Verlag für Kunstwissenschaft)
hat die besten Schöpfungen dieser Künstlergruppe
veröffentlicht, deren Hauptnamen Gon-
tard, Langhans, David und Friedrich Gilly und
Heinrich Gentz sind. Außerordentlich überraschend
mußte es erscheinen, wie viel Vortreffliches
, ja Meisterhaftes aus dieser lange
verlästerten Epoche gerade in dem als kunstarm
verschrienen Berlin und seiner Umgebung
erhalten ist. Insbesondere die Fülle von entzückenden
Innenräumen mit ihren alten Wandbespannungen
und Möbelausstattungen setzte
die Künstler und Kunsthandwerker in Verwunderung
. Nicht nur die königlichen Schlösser
in und um Berlin und Potsdam, selbst eine
Reihe von bescheidenen Landsitzen bergen
Zeugnisse geschmackvollster Innenraumkunst
aus dieser Zeit. Ist doch gerade die Durch-

Delcorative Kunst. XXIII. 8. Mai 1920

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