Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 232
(PDF, 108 MB)
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den Anhängern ist auf Rechnung
dieses Empfindens zu
setzen.

Die Schmuckstücke von
Marga Jeß, hauptsächlich
Broschen, Anhänger und
Armbänder, verwenden in
erster Linie das Silber, das
durch seinen matten, verhaltenen
Glanz und seine
feine Oxydation in Verbindung
mit den durch
ihre Farben wirkenden
Halbedelsteinen Stücke individuellen
und aparten
Formwillens ergibt. Ein
lebhaft bewegtes Ornament
herrscht vor, abbrechende
und wiederaufgenommene
Linien erzielen einen fluktuierenden
, echt modernen
Eindruck. Außer solchem
Schmuck und einigen Gefäßen
, die in einer lebendig
geschwungenen Form ihre
Hauptschönheit besitzen,
wären noch ein paar Worte
über einige Löffel zu verlieren
, die die Künstlerin
geschaffen hat, namentlich
von einem, bei dem das
organische Herauswachsen
aus der Laffe, das Problem
des allmählichen Anschwellens
und das schließliche

MARGA JESS □ SILBERNE BROSCHE
MIT AZURIT

MARGA JESS-
LÜNEBURG B

Zusammenfassen im Ende
auf eine entzückende Weise
gelöst sind. Alle Stücke besitzen
außer dem Reiz der
Form noch den Wert, den
ihnen nur eine gediegene
Handarbeit zu verleihen
vermag.

Marga Jeß, die erste
deutsche Frau, die sich der
Prüfung als Goldschmiedemeister
mit Erfolg unterzogen
hat, ist aus den
Münchner Lehr- und Versuchswerkstätten
von Prof.
W. von Debschitz hervorgegangen
; der leider zu
früh dahingeschiedene Joh.
Carl Bauer hat den bedeutendsten
Einfluß auf sie ausgeübt
. In manchen anderen
Werkstätten hat sie ihre technische
Ausbildung noch vollendet
. So hat man vor ihren
Arbeiten nicht wie sonst so
oft den Eindruck eines von
fremden Händen lieb- und interesselos
ausgeführten Entwurfes
, sondern den eines
einheitlichen Schaffens, eines
idealen Zusammenflusses von
anschauender Künstlerphantasie
und einer bieder und
solid nachschaffenden Handwerkstätigkeit
. W. Burger

GOLDENE BROSCHE
MIT KARNEOL □

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