Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 239
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VORGARTENEINGANG W. IN HAMBURG a ENTWURF U. AUSFÜHR.: JACOB OCHS, GARTENBAU, HAMBURG

NEUE HAMBURGER GÄRTEN

Alter hanseatischer Überlieferung getreu, fin-
k. det auch in dieser schweren Zeit die Pflege
der schönen Gartenkunst in Hamburg feinsinniges
Verständnis. Es ist natürlich, daß eine angestrengt
arbeitende Bevölkerung zur Ausspannung
der Kräfte heute mehr als früher den Schwerpunkt
des Familien- und Gesellschaftsverkehrs in
das eigene Heim verlegt und durch liebenswürdige
edlere Ausgestaltung desselben den Rahmen
zu einer verfeinerten häuslichen Kultur schafft.

Im Gegensatz zur früheren Oberflächlichkeit
gewinnt heute mehr und mehr der Hausgarten
an Bedeutung, und seine Gestaltung, ehedem ein
verständnisloses Zusammentrotten von Architekt
und Gärtner oder gar ein landschaftsgärtnerisches
Machwerk, beginnt endlich mehr und mehr in
die Hand berufener und befähigter Gartenarchitekten
zu gelangen.

In Hamburg, wo seit alters her nicht nur
der Gartenbau in hoher Blüte stand, sondern
auch der Bürger mit Freude und feinem Sinn
seinem Hausgarten jede denkbare Sorgfalt an-
gedeihen ließ, gelangte auch die Gartenkunst zu

feinster Blüte. Die Eigenart des Küstenklimas,
verhältnismäßig wenig Sonne und kurze Sommer
, geben der hanseatischen Gartenkunst
ein Gepräge, welches von demjenigen Binnen-
Deutschlands zum Teil erheblich abweicht.

Sehr häufig war beim Entwurf der Gärten
das Zusammenarbeiten von Kräften verschiedener
Art als Architekt, Gartengestalter, Bildhauer
usw. der 'Entstehung harmonischer Gesamtschöpfungen
sehr abträglich. Die Zartheit der
Materie bedingte eine besonders feinsinnige Abstimmung
von Bauwerk, Kunstgewerbe und
Pflanzenwuchs. Nur sehr eingehendes Vertrautsein
mit der Eigenheit des überreichen Pflanzenmaterials
, besonders in bezug auf die örtlich
gegebenen Boden-, Licht- und Feuchtigkeitsverhältnisse
, ist eine der unerläßlichsten Vorbedingungen
zur Gestaltung. Dazu kommt, daß
sich die Gartenarchitekturen und Möbel, welche
"bisher nur Architekten und Kunstgewerbler
(von Fabriken ganz zu schweigen) lieferten,
sowohl formal als farbig fast nie dem Garten
einfügen wollten. Rohe steife, langweilige For-

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