Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 248
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ARCH. O. PRUTSCHER-WIEN SCHLAFZIMMER-SCHRANK

Ausführung: Joh. Halmschlager, Wien

mitzumachen, so wenig taugt ihre Natur für das
normierte Durchschnittswerk. Hätte sie nur den
Mut zur Ironie, um mit allerhand versteckten
Bosheiten den Pfau sein Rad schlagen zu lassen,
oder aber die soziale Disziplin, um sich der ernsteren
Forderung des Tages entschlossen unterzuordnen
, sie würde — ohne Defekt am Charakter
— über den Augenblick hinwegkommen können.
Aber ihr fehlt sowohl der Sinn für die scharfe,
gesellschaftliche Satire wie der andere für das allgemeine
, notwendige Bedürfnis. Und das Heitere,
Festliche, der freudig erhobene Lebensgeist, den
sie teilte, woraus sie schöpfte, ist — wenigstens
für eine gute Weile — aus dieser Welt geschwunden
. Man mag das politisch bedauern, aber es ist

nun einmal so: unser Kunsthandwerk hat immer
eine kultivierte Ausnahmsschicht im Auge gehabt
. Das war ihm zugleich Quelle und Ziel.
Und vielleicht ist es eben deshalb reines Kunsthandwerk
gewesen, von den Gefahren der Grenze
lange behütet und in der Mitte seines Elementes
verblieben.

Unter solchen ungünstigen Umständen ist
schon jedes Anzeichen für eine Fortdauer gutbürgerlichen
Geschmackes, der zwischen Tradition
und Modernität die gediegene Mitte hält,
freundlicher Begrüßung wert. Und für dieses
selten gewordene Bedürfnis ist Otto Prutscher
nach wie vor der am meisten geeignete Künstler.
Das kann man schon einer rein sachlichen Be-

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