http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_42_1920/0290
beifügen — auch
so ein vom Pariser
Publikum ver-
schmähtesLalique-
sches Schmuckstück
legt denn
doch auf alle Fälle
weit mehr Zeugnis
von kühner
Erfindergabe und
raffinierter Materialempfindung
ab
als ein ganzes
Dutzend „künstlerischer
" Gewänder
.
Mögen die Verhältnisse
in Frankreich
aber auch ein
wenig anders liegen
als bei uns:
die Grundtendenz
des Clouzotschen
Artikels rührt an
Dinge, die auch
uns nahe angehen.
Es gilt, die Modekunst
von ihren
Ausflügen in theoretische
Kompliziertheit
und hyperindividuelle
Experimente zurückzuleiten
in jene
Wege, die ihr
der gesunde Handwerkerstand
des
berufenen Schneiders
und der natürliche
Widerstand
feinfühliger
Frauen gegen das
Auffällige weist.
Das Kleid, das eine
Frau trägt, soll
nicht den Charakter
des Herrn oder
der Frau X an sich
haben, die es „konzipierten
",sondern
den Stempel ihrer
eigenen, instinktiv
wählenden Geschmackskultur
,
die einem Übermaß
an starrem
, formelhaftem
Konservatismus in
der offiziellen Mode
von selbst das
natürliche „individuelle
" Korrektiv
beimengen wird.
Franz Arens
SPEISEZIMMERUHR
(OBEN)
UND SALONUHR
(UNTEN)
ENTWURF:
ARCH. O.PRUT-
SCHER-WIEN
AUSFÜHRUNG:
J. HALMSCHLAGER
-WIEN
254
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