Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 270
(PDF, 108 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_42_1920/0308
In der äußeren Ausgestaltung seiner Bauten:
Dachfirst- und Geschoßhöhe, Reihung der Fenster
und Entfernung der Fensterachsen paßt
Jessen sich leicht — soweit es sich mit künstlerischen
Grundsätzen vereinigen läßt — der
Umgebung an. Gleich hier erkennt man den
Architekten, der alles Gute aus der Überlieferung
sich aneignet, dem sich der Reiz und das
Geheimnis alter Städtebilder erschlossen haben.
Doch nur im äußeren, in den großen Linien
gleicht sich Jessen der jeweiligen Umgebung
an. Im übrigen, in allen wesentlichen Punkten
legt er sich keine Beschränkung auf, hebt sich
frei über die Alltagsbauten heraus durch Feinheit
der Gliederung, durch die Unsumme an
Qualitätsarbeit, durch die gründliche und doch
nie pedantische Durcharbeitung sämtlicher Details
, durch die an originalen Einfällen reiche
und doch stets gebändigte künstlerische Phantasie
.

Unserer Zeit entsprechend, die von jedem
fähigen Kopf und selbständig Wirkenden ein
Höchstmaß der Leistung verlangt und somit
zur Spezialisierung drängt, hat Jessen auf einem
Gebiete der Baukunst sich ganz besonders betätigt
und dank einer Fülle von praktischen
Erfahrungen sich zur Könnerschaft entwickelt,

nämlich im Bankbau. Er bringt auf diesem
Gebiete die beste Vorbildung mit. Als Mitarbeiter
von Wilhelm Martens, der in wesentlichen
Einzelheiten des Bankbaues — so in der Anlage
der modernen Tresore, im Schaffen von Oberlicht
- und hellen Kassenräumen — als bahnbrechend
gilt, wurde Jessen bestens eingeweiht.
Der einstige Schüler (in den rein technischen
Fragen), und nach Martens' Tode Nachfolger
in der Tätigkeit des Baumeisters der Deutschen
Bank, wird zum Vollender und überragenden
Bankarchitekten, weil er nicht, wie die
Architekten der Vorgeneration, mit der Tradition
spielt, sondern sie beherrscht und verwertet.
Als Architekt der Deutschen Bank, die übrigens
vor kurzem ihr fünfzigjähriges Jubiläum
begehen konnte, hat er ein Hauptwerk geschaffen
, daher möge diese seine Tätigkeit eingehender
beleuchtet werden.

Bei der Leitung der Neubauten der Deutschen
Bank zu Berlin stand Jessen einer großen
Aufgabe gegenüber, und er löste die mannigfachen
Schwierigkeiten nach Möglichkeit, d. h.
soweit es ihm gelang, die Bauherren für seine
Pläne zu gewinnen. Der Gebäudekomplex der
Berliner Deutschen Bank, der ein ganzes Straßenviertel
zwischen den von Osten nach Westen

ARCH. H. JESSEN-BERLIN

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