Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 291
(PDF, 108 MB)
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zeigen die außerordentlich
prägnante
Charakteristik und
das sichere Stilgefühl
des Glasschneiders;
vorzüglich der letztgenannte
Kopf läßt
die großzügig - flächenhafte
Behandlung
erkennen, die in
starkem Gegensatz
steht zu der sauber
rundenden, alle Übergänge
weich verwischenden
Art des
Barockmeisters. Bei
demSpiegelgriff(Abb.
S.291) sindHoch-und
Tiefschnitt zu einem
wirkungsvollen
Zusammenklang gebracht
worden; auch
hier zeigt sich, in der
Figur sowohl wie in
dem unregelmäßig
gewellten, mattierten
Grund eine nur leicht
andeutende Skizzen-
haftigkeit, die in der
Eigenart der Technik

ihre tiefere Begründung hat und zum künstlerischen
Ausdrucksmittel umgewertet ist. In
anderen Werken bekundet der Künstler eine
köstliche, quellende Phantasie, so an Vasen
und Pokalen, die von duftigem, lebensprühendem
Pflanzen- und Tiergewirr umsponnen sind,

W. v. EIFF-STUTTGART E

vielfach auch in dem
zügigerenTief schnitt,
mit feinster Modellierung
durch Abwechslung
von mattierten
und blankpolierten
Stellen. Meines Wissens
ist W. von Eiff
der einzige Glasschneider
, der heute
den Hochschnitt —
und zwar in wahrhaft
künstlerischer Weise
— beherrscht.

DerTiefschnitthat,
nach einer letzten
Blütezeit im Zeitalter
des Biedermeierstils,
zeitweilig brach gelegen
, bis er, vorzüglich
durch die Bemühungen
L. Lob-
meyrs in Wien, wieder
zu größeren Aufgaben
herangezogen
und auf eine technisch
hervorragende Höhe
gebracht wurde. Dem
Geschmack der Zeit
folgend, griff der neue
Glasschnitt zuerst auf die Ornamentik der
Renaissance-Kristallschneider zurück und hat
sich dann in der Folge hauptsächlich auf die
Kopie oder die Paraphrase der alten böh-
misch-schlesischen Gläser des 18. Jahrhunderts
geworfen. Die neueste Zeit hat nun auch darin

PORTRÄT G. E. PAZAUFEK
(HOCHSCHNITT)

W. VON EIFF-STUTTGART

HANDSPIEGELGRIFF IN SILBER MONTIERT
(HOCH- UND TIEFSCHNITT) □

2gi


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