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liehen Gegebenheiten des Werkstoffs in Freiheit
herrschen läßt, kann uns den Stil schenken, den
unsere Gegenwart und vielleicht unsere Zukunft
braucht.
Wenn wir von heute sein wollen, und nicht
von gestern und nicht von übermorgen, so
glauben wir dieses Ziel nicht zu erreichen,
indem wir etwas anderes machen als andere,
sondern etwas Besseres. Das schrieben die
Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst vor
sechzehn Jahren, als sie eine Ausstellung eröffneten
, die ihrem Umfang mit 34 Räumen, ihren
Mitarbeitern und ihrem sachlichen Gehalt nach,
eine ungewöhnliche, von uns allen aufs höchste
bewunderte Leistung bot. Olbrich und Behrens,
Riemerschmid und Baillie Scott, von Dresdnern
selbst Hempel, E. W. Walther, Nicolai, Thiele
standen da beisammen; eine bunte Welt der
Einfälle, vom Arbeiterschlafzimmer aus blaugestrichenem
Kiefernholz, dem auf raffinierte
Raumökonomie errechneten Junggesellenzimmer
mit Bett, Schreibtisch, Schrank in einem rein
kubisch belebten Stil, bis zum schottischen
Ästhetentum des Präraffaeliten, der mit Elfen-
BRUNO PAUL-BERLIN □ ECKE AUS DEM AUF S. 333 ABGEBILD. HERRENZIMMER
Ausführung: Deutsche Werkstätten A.-G., Hellerau und München
334
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