Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 42. Band.1920
Seite: 341
(PDF, 108 MB)
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K. BERTSCH-MÜNCHEN SCHRANK AUS EINEM SCHLAFZIMMER
(S. TAFEL VOR S. 325)
Ausführung: Deutsche Werkstätten A.-G., Hellerau und München

wissenschaftliche Korrektheit der Bücherrücken
steht fremd in diesen Überschneidungen. Wie
meist, ist dem Künstler auch diesmal das Speisezimmer
, wo ruhige Flächen in schönem Rhythmus
schwingen, am besten gelungen. Der neue
Reichtum, der mit den Grenzen Neutraliens
vertraut ist, wird mit dieser kühlen Verstandesruhe
wenig anzufangen wissen. Vielleicht behagt
er sich in dem reichlich zugespitzten Farbenakkord
des grünen Wohnzimmers von A. Niemeyer
besser, wo ein blumiger Stoff mit gelbbraunem
Grunde das Naturhafte der lackierten
Möbel noch steigert. Das Ganze ein Versuch,
als solcher gewiß daseinsberechtigt, so sehr sich
auch der Alltag gegen diese fast harten Eigenwilligkeiten
sträuben mag. Ein Speisezimmer
in leuchtendem Kirschgelb, wo alle Elemente

des heiteren Behagens spielen, wird den bürgerlichen
Interessenten unmittelbar gefangennehmen
; und gar das prächtige Sofa mit dem
daseinsfreudigen Bezug, der rote Äpfel auf
bräunlichem Grunde tanzen läßt, der runde
Tisch und die sehr netten Wandmöbel des Wohnzimmers
sind jugendlich gesunde Erfindungen
des ausgezeichneten Künstlers. Ein kleiner
Proportionsfehler, nämlich der im Verhältnis
zu dem tiefen Sitz zu zierliche Bau der Stuhllehnen
, fällt da nicht schwer ins Gewicht. Karl
Bertsch ist ein Geistesverwandter Niemeyers,
gleich ihm im Bürgerlichen haftend, von süddeutscher
Heiterkeit und Daseinsbereitschaft,
dabei ein geschulter Handwerker. Von ihm finden
wir ein Herrenzimmer in solider Breite,
schwarzbraune Eiche mit grüngestreiften Pol-

Dekorative Kunst. XXIII. 12. September IQ20

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