Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 43. Band.1921
Seite: 57
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OTTO WIRSCHING

ULRICH VON HUTTEN

des Spasses wegen tun. Man wird dieselbe Intensität
des künstlerischen Wollens und die
gleiche Anspannung aller Energien im einfachen
Exlibris oder Gelegenheitsblatt wie in den großen
Bildkompositionen finden. Und aus diesem
Grunde hat man vor den Arbeiten Wirschings
in einem ganz seltenen Grade und fast ohne
Ausnahme das Gefühl, daß sie in ihrer Art so
vollkommen sind, als es Werke dieser Gattung
überhaupt sein können.

Die ersten Bildchen Wirschings sind, wie erwähnt
, schon 1913 entstanden und von so kleinem
Format, daß man fast annehmen könnte,
sie seien Studien für später auszuführende Bilder
gewesen, was natürlich nicht der Fall ist.
Eine „Enthauptung" stammt aus dieser Zeit
(eine künftige Heilige erwartet mit fröhlicher
Miene den SchwertstreichdesHenkers, dessen Gestalt
einmittelalterlich-derber Humor umwittert);
außerdem eine „Nonne", die auf den Stufen
eines Reliquienaltars mit ziemlich weltlichen

Dingen zu Rate zu gehen scheint. Auch eine
„Susanne", der später noch zwei andere Fassungen
des Motivs gefolgt sind, entsteht schon in
dieser Anfangszeit; ferner eine Gestaltung der
oft gemalten Episode von Francesco und Paolo
aus dem Danteschen Inferno und eine sehr
nette „Versuchung des hl. Antonius". Wir haben
hier bereits alle Elemente der Kunst Wirschings
in klarster Ausprägung: Romantik, Phantastik,
ein Humor, der auf dem Weg zur Satire war
und sich später in einigen graphischen Arbeiten
freier geben konnte, und eine reiche Erfindungsgabe
, die nicht zuletzt auch dem schmückenden
Beiwerk zugute gekommen ist. Alle diese Arbeiten
sind mit Aquarellfarben auf Papier gemalt
; auch Gold spielt in einigen Fällen eine
Rolle. Und sie stehen der Graphik näher als
der absoluten Malerei. Aber sehr bald, um 1914,
hat dann Wirsching richtig mit Eifarben auf
Holz zu malen begonnen, in einer Technik also,
der er bis zu seinem Tode treu geblieben ist.

Die Kunst für Alle. XXXVI

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