http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_43_1921/0104
religiös - empfindsame Seite seines schwäbischen
Wesens am reinsten ausgewirkt. Zwölf der erlesensten
Blätter sind nun in mustergültiger Wiedergabe
als Mappenwerk erschienen. Die Landen-
bergersche Linie des glaubensseligen Adagio ist
aus seinen Gemälden besonders von den Gestalten
jugendlicher Kirchenbesucherinnen her bekannt.
Wir finden es hier wieder auch ohne äußerlich
religiöse Beziehung in der keuschen und zarten Versonnenheit
seiner Mädchenkörper wie der „Studie
zum Frühling" oder dem „stehenden Mädchen";
und es tönt ebenso in der dörflichen Kantilene
des jungen „Geigers" wie in der innigen Sehnsucht
des bescheiden sich reckenden Bäumchens im Vordergrund
der Ammerseelandschaft. Viel stilleWeh-
mut über Werden, Blühen und Vergehen des Lebendigen
klingt überall durch, aber doch verliert
sich nie die Stimmung ins Süßliche, dafür hat sie
zu viel kernhaftes Naturgefühl, zu viel Heimatbewußtsein
als Grundlage. e. Dürr
ernst wenck
entwurf zu einem grabmal
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