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J. DORNER D. J.
GEBIRGSLANDSCHAFT
sächlichsten Elemente der damaligen Münchner
Künstlerschaft gruppierten sich aus den sozusagen
„Eingeborenen" oder aus dem Süden Zugewanderten
und den „Mannheimern", die Karl
Theodor mitgebracht oder berufen hatte. Das
Hauptfeld der ersteren war die Landschaftsmalerei
, in der lange der Einfluß des tüchtigen
Franz Joachim Beich lebendig blieb, aber auch
Claude Lorrain, den man von jeher gern mit München
in Zusammenhang brachte, verspürbar war,
und das Porträtfach, in dem sie alle auf den Schultern
des prachtvollen Georges Demarees standen:
selbst der stark auswirkende, eigenartige Ed-
flinger nicht ausgenommen. Die „Mannheimer",
zu denen natürlich auch die anderen Kurpfälzer
, die Zweibrückener und in gewissem Sinne
die Düsseldorfer gehören, besonders durch Mannlich
, die Langer, die Familien der Kobell, Quaglio
und Klotz vertreten, betrieben gleichfalls die Landschaftsmalerei
, aber sie haben eine ausgesprochenere
Neigung zu genrehaften Stücken, was
sich wohl aus ihren Zusammenhängen mit den
Holländern erklärt. Wie sich beide Richtungen
verschmelzen und trotz gelegentlicher Degenkreuzungen
und Fehden, wie deren eine durch
die an sie geknüpfte Literatur aus dem Jahre
1817 verbürgt ist (der von den „Eingewanderten"
vertretene Klassizismus mit Langer an der Spitze
platzt auf den geringer gewerteten Naturalismus
der Einheimischen), den Begriff „Münchner
Malerei" zu Ehren brachten, das vermag gründliches
Studium der Ausstellung wohl begreiflich
zu machen.
In dem Werk des großen Bildnismaler Jo-
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