http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_44_1921/0102
ARCH. BRUNO PAUL-BERLIN
niederes Büfett (aus dunklem Nußbaumholz)
nimmt Rücksicht auf die lichte Weite, die in
leichter Fröhlichkeit den Raum umzieht.
Durch die Zusammenfassung dreier Räume
wurde derart ein glänzender Rahmen für eine
heitere Geselligkeit geschaffen.
In diesen Räumen erscheint die Natur im
anschließenden Garten künstlerisch beseelt und
zu eigentlichem Leben erweckt. Und wiederum
gewährt es einen eigenen Genuß, aus diesen
Räumen hinauszutreten, zwischen den Terrassen
und Bosketts umherzuwandeln und es will
scheinen, wie wenn man oft gesehenes Wachstum
aus anderen Augen ansieht.
Die Natur und dieses Bauwerk scheinen im
HAUS LEFFMANN IN KÖLN: SPEISEZIMMER
Glanz des Lichtes innerlich verkettet. Im Silberhaar
der Weiden, den Blättern der Linden, im
Schuppenwerk des Efeu spiegeln sich der heitere
und der graue Himmel wider. Der Rosen Rot
leuchtet aus dunklem Grunde auf. So strahlen
Haus und Garten wechselseitig ihre Schönheit
wie in einem Spiegel wider, mehr noch, diese
Schöpfung des Künstlers greift über die räumliche
Beschränkung des Bauplatzes mit seinen
zufälligen Gegebenheiten, der üblichen Umgebung
, hinaus in einen weiteren Horizont.
Dieses Werk atmet den lebendigen Odem der
Natur aus den hellen und den dunklen Fluten,
die im Wechsel der Gezeiten kommen und wieder
dahinschwinden. Creutz
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