Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 44. Band.1921
Seite: 82
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HAUS LEFFMANN IN KÖLN: DURCHBLICK VOM SPEISEZIMMER DURCH D. HALLE ZUM WOHNZIMMER

DIE GOBELINS IM WIENER BELVEDERE*)

In dem oberen Belvedere, dem Sommerschlosse
des Prinzen Eugen von Savoyen, das Meister
Lukas von Hildebrandt als die Perle einer wahrhaft
aristokratischen Gartenstadt — spielend
zwischen Anmut und Würde — auf die Höhe
der „Landstraße" hingesetzt hat, ist jetzt eine
Auslese der ehemals kaiserlichen Gobelins zu
sehen. Kaum jemals hat ein Rahmen so rein zu
seiner Füllung gepaßt. Und eben deshalb bezeichnet
man das Kunstereignis in seinem
Kerne, wenn man das neuerschlossene Belvedere
und die Gobelinausstellung als jenes wunderbar
harmonische Ganze nimmt, das es ist.
Angesichts dieser einzigartigen Harmonie, wobei
das eine das andere gleichermaßen fördert, kann
man nur wünschen, daß es dabei bleiben möge,
daß aus der Ausstellung ein Museum im Bel-

*) Der Aufsatz wurde während der Ausstellung, im Frühjahr
1920, geschrieben.

vedere entstehe, in dem der herrliche Überfluß
an Gobelins zeitweilig wechselnd vorgeführt
werde. Wenigstens in den repräsentativen, festlichen
Sälen des ersten Stockwerkes. Die niedrigen
Zimmer des zweiten Geschosses würden
sich dann schon irgendwie passend füllen lassen.
Wien aber hätte eine unvergleichliche Sammlung
in einem unvergleichlichen Gehäuse. Und
wenn vor kurzer Zeit erst die Händler aus
dem Westen, im Augenblick die deutschen Gelehrten
den schwierigen Weg zu diesem Schatze
fanden, wird er in einer freieren, leichteren
Zukunft mit magischer Kraft auf die Kunstfreunde
aus aller Welt wirken und sie in hellen
Scharen herbeiführen.

Nachdem diese Bilderteppiche durch viele
Jahrzehnte in dem Magazin von Schönbrunn
versteckt gehalten und zwischendurch — gerade
wie zur Zeit ihrer Entstehung — nur bei beson-

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