http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_44_1921/0110
ARCH. BRUNO PAUL-BERLIN
HAUS LEFFMANN IN KÖLN: SCHRANK
IM SCHLAFZIMMER DER DAME □
die großen Formate, die 4x5 Meter überschreiten
. Daher die durch allen Stilwechsel
hindurchgehende Absicht eines monumentalen
Dekors.
Besonders merkwürdig der frühzeitig anhebende
Kampf der umrahmenden Bordüre mit
dem bildtragenden Mittelfelde. Die fortwährende
Auseinandersetzung zwischen reinem Flächenschmuck
und vertiefter Raumschilderung, zwischen
ornamentaler Aufbreitung und malerischem
Ausbau. Die wechselnden Mittel, die bei
dieser Verteidigung des Gobelinstiles nacheinander
ins Treffen geschickt werden: die primitive
Raumscheu, die an Stelle des Hintereinander
ein flächenfüllendes Übereinander setzt, dann
das in allen Ebenen gleich klare und durchsichtige
, ziselierende Zeichennetz der Renaissance,
endlich die flachwirkende Abkühlung auch der
starken Farbe selbst bei Jordaens.
Merkwürdig der Aufschwung, den untergeordnete
oder verkannte Malerkreise und Individuen
in dem neuen Medium nehmen, namentlich
jener der sogenannten niederländischen Manieristen
des 16. Jahrhunderts, voran Pieter Coeck
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