Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 44. Band.1921
Seite: 179
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_44_1921/0213
WANDMALEREIEN VON HANS MEID

Nicht der Kunstbegeisterung eines splendiden
Auftraggebers, sondern dem persönlichen
Verlangen eines Künstlers nach einem fröhlich
und phantasievoll dekorierten Raum verdanken
die hier veröffentlichten Wandmalereien ihre
Entstehung. Während die Kriegsfurie tobte,
fand der damalige Zeichner beim Generalstab,
Meid, die Muße und Stimmung, das Speisezimmer
seines neu erworbenen Landhauses in Steglitz
bei Berlin, einen Raum von ziemlich bescheidenen
Abmessungen, nach seinen innersten Neigungen
malerisch auszuschmücken, weitab von
den wirren Farben- und Linienorgien des modischen
Geschmacks wie von den Eruptionen
einer mit allen Mitteln übersteigerten Empfindungsweise
.

Vielleicht wird das Bekenntnis des Künstlers

zu der eigenen, durch Geschmack und Selbstkontrolle
wohl gesicherten Art an einer Stelle,
die den Augen der meisten entzogen ist, als
etwas Selbstverständliches angesehen werden.
Meid hatte in der Tat kaum eine Veranlassung,
in der Intimität seiner vier Wände auf anderes
zu sehen als auf die Befriedigung seines höchst
persönlichen Behagens an einer anmutigen und
unterhaltsamen Interieurstimmung. Repräsentative
und allegorisierende Nebenabsichten liegen
ihm durchaus fern; auch ist den einzelnen Wandbildern
keinerlei bestimmtes und zusammenhängendes
Programm zu unterstellen. Vielmehr ist
überall die Freude an der bunten, vielgestaltigen
Welt das allein treibende Motiv; die Art, wie
sie sich äußert, hat etwas völlig Spontanes, die
Inspiration"" des glücklichen Augenblicks Ver-

Dekorative Kunst. XXIV. 9. Juni 1921

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