http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_44_1921/0259
ARCH. EM. J. MARGOLD-DARMSTADT a SALON LAMPEN MIT GELBEN UND GRÜNEN SEIDEN SCHIRMEN
Ausgeführt von August Wilk-Darmstadt
gemusterten Schirmen. Im Empfangsraum sind
die Wände in der Kehlung nach der Decke hin
und auf dem Türrahmen durch Reliefbänder
abgeschlossen, die mit ihrer Querornamentierung
möglichst richtungsindifferent bleiben; der Verkaufsraum
begnügt sich mit breiten Rahmenstreifen
. Die völlig ruhigen Wände tragen im
Schwerpunkt figürliche Malereien von Kay
Nebel, die mit geschlossener Silhouette in der
Richtung der Flächendimensionen schwingen.
Die Nische dagegen, in der sich das Licht fängt,
ist zur Erzielung des Maßstabs für die kleineren
Verkaufsgegenstände mit lebhaft gemustertem
Schwarz-Weiss ausgekleidet, ein wirkungsvoller
Gegensatz gegen die Leuchtkraft bunter Lampenschirme
. Schlichtes Mobiliar vervollständigt
die Einrichtung der Räume. Wohlweislich sind
Stühle, die in solchen mit Lampen vollgehängten
Geschäften meist fehlen, nicht vergessen. Gehört
doch ein behagliches Sitzen zum gefühlsmäßigen
Erfassen der abendlichen Lampe und
gewährt dem Besucher den richtigen Aspekt
in Untersicht zu einer wohlerwogenen Wahl.
Solche Läden müssen schließlich geschmacksveredelnd
auch auf das Publikum wirken und
die Begegnung von Käufer und Verkäufer für
beide zur Annehmlichkeit machen, insonderheit
wenn mit künstlerischer Freude hergestellte
Gegenstände durch dermaßen begünstigte Wahl
zu erfreuendem Besitz werden. Zur Durchführung
der kulturellen Aufgaben braucht Deutschland
also nicht nur hochwertiger Erzeugnisse,
sondern auch werkbundmäßiger Läden.
Dr. W. Müller-Wulckow
Dekorative Kunst. XXIV. 10. Juli 1921
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