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HUGO EBERHARDT-OFFENBACH A.M.
MESSESTAND DER SCHÄFTE FABRIK
SCHÖNHOF-STRAUSS,OFFENBACH A.M.
energische Beleuchtung außerordentlich verstärkt
.
Bei der vierten Messe zeigte diese Firma
einen neuen an dem Zusammenfluß von drei
Messestraßen gelegenen Stand. Er wies außen
plastische von Karl Stock-Frankfurt modellierte
Blumenornamente in Altgold auf, im Innern
war er weiß gehalten, die Beschriftung in den
Firmenfarben Violett, Grün, Hellblau, Gold.
Die Vorhänge, der Boden und die Decke hellblau
, die seitlichen Schaufenster brachten in
intensivstem Licht unter Verdeckung der Lichtquellen
die schönen Endersschen Packungen
zu voller Wirkung. Dreieckige, schwarzgefaßte
Standbeleuchtungskörper zeigten in leuchtenden
Farben die Transparenz einer neuartigen
Glyzerinseife.
Auf der dritten Messe und in etwas veränderter
Form auf der vierten Messe fand der
Stand der durch ihre glänzende, ebenso geschmackvolle
wie einschlagende Reklame bekannten
Zigarettenfabrik Reemtsma starke Beachtung
. Benno Reifenberg bespricht den Stand,
den er als geradezu klassisch bezeichnet, in der
„Frankfurter Zeitung", wie folgt:
„Ein weißer Raum von weißen Säulen flankiert
. Ein Tisch, zwei Stühle, zwei Schränkchen
an den Wänden, sämtlich schwer vergoldet.
Die weißen Vorhänge an den Seiten mit roter
Kordel gerafft, der Überzug der Stühle ebenfalls
brandrot. In der Mitte ist das Fabrikzeichen
schwarz und rot angebracht, prägnant
wie die Form eines Kraftwagens. Das Ganze
von so ernster Feierlichkeit und doch so modern
, daß man von einem neuen Empirestil
reden möchte."
Der Charakter des Standes war durch die
vorhandenen, künstlerisch außerordentlich hochstehenden
Packungen, die auf Deffke zurückführen
, gegeben, es galt auf sie hinzuweisen,
sie zu unterstreichen. Die Koje war vom Augenblick
der Bestellung des Entwurfs bis zur rechtzeitigen
Eröffnung in knapp acht Tagen zu
bewältigen.
Die altbekannte Tabakfabrik Philips in
Hanau führte ihre Erzeugnisse in einem Stande
vor, der ganz zu den wundervollen Farben
edler Tabake gestimmt war, Hellbraun, Dunkelbraun
mit Schwarz und Gold, die Vorhänge in
leuchtendem Tangorot, die Schilder mit Quasten
aus gelbseidenem Zigarrenband. Dem Innern,
das mit Möbeln in braunem Wurzelnußbaum
ausgestattet war, gaben zwei vorzügliche, den
Tabakcharakter glänzend treffende Ovalbilder
Ludwig Enders und die weißblauen blank-
messingbedeckten Tabaktöpfe der alten Firma
einen ganz besonderen Reiz. Die vierte Messe
sah die Firma in einem hohen Kuppelbau in
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