Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 44. Band.1921
Seite: 265
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TAFELAUFSATZ MIT MAHAGONISÄULE
UND HALBEDELSTEINEN

ENTW. U. AUSF.: ALOIS WÖRLE, SILBERSCHMIEDEMEISTER
U. KUNSTHANDWERKSTÄTTE, MÜNCHEN

METALLARBEITEN VON ALOIS WÖRLE-MÜNCHEN

Kein Material leidet so unter einer ungerechtfertigten
Abneigung des kaufenden
Publikums, wie Messing und Kupfer; ungerechtfertigt
ist dieser Widerstand, wie uns ein
Gang durch Museen und Sammlungen belehren
kann, in denen so wertvolle kunstgewerbliche
Formen, die unsere Vorfahren diesen Metallen
zu entlocken wußten, aufbewahrt werden. Begreiflich
aber wurde solche Abneigung bei einem
Blick auf die durchschnittliche Produktion der
Vorkriegszeit. Die wirkliche Qualitätsware war
zu zählen; ein Massenangebot von geschmacklosen
und unsolid hergestellten Bazarerzeugnis-
sen; gestanzte, sinnwidrige Ornamente, schlechte
Verarbeitung, überwucherte das wenige Gute,
und machte es gleichfalls mißliebig und verdächtig
. Die gesamte Entwicklung in dem ersten
Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts mit ihrer Neigung
zum Prunken mit materiellen Werten,
zum Repräsentativen veranlaßte eine Bevorzugung
silberner oder mindestens versilberter
Ware und drückte damit vollends Kupfer und
Messing zur Polle des Aschenbrödels herab.
Mit solcher Vorliebe für das edle oder wenigstens
veredelte Metall werden nun die wirtschaftlichen
Verhältnisse in den valutaschwachen
Ländern ziemlich aufräumen, da die hiefür anzulegenden
Preise nur noch den wenigsten erschwinglich
sein werden. Und es wird für
unsere Kunstgewerbler eine dankbare und lohnende
Aufgabe sein, durch eine ästhetisch befriedigende
Bearbeitung der unedlen Metalle
auch die letzten Schatten eines unbegründeten
Mißtrauens gegen diese zu beseitigen.

Es wird wohl sicherlich kein Zufall sein, daß
der Schöpfer der hier in Abbildung vorgeführten
Messingarbeiten aus dem Silberbearbeitungsgewerbe
hervorgegangen ist. Ein jedes Metall hat
zwar seinen eigenen Charakter, seine speziellen
Vorzüge, nach denen sich die Art seiner Bearbeitung
, auch Schmuck und Form zu richten
haben; aber die gediegene handwerkliche Gestaltung
ist ein allen Metallen — und nicht
nur diesen — zustehender Anspruch, der allerdings
unter dem Wust des maschinenmäßig
gestanzten Bleches keine Berücksichtigung finden
konnte. Bei den Arbeiten von A. Wörle
berührt es nun äußerst wohltuend, welches

Dekorative Kunst. XXIV. 12. September 1921

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