Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 44. Band.1921
Seite: 268
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KEKSDOSE, GRAVIERT
MIT LAPISSTEINEN □

ENTW. U. AUSF.: ALOIS WÖRLE, SILBERSCHMIEDEMEISTER
U. KUNSTHANDWERKSTÄTTE, MÜNCHEN

Maß von Sorgfalt und Liebe jedem Stück, das
die Werkstätte verläßt, zugewendet ist; Gediegenheit
und Solidität zeichnet jedes dieser
Stücke aus. Hinsichtlich der Formen muß zwischen
der Bestimmung der einzelnen Geräte
unterschieden werden; ein Teil ist für den
Export hauptsächlich nach Amerika bestimmt
und zeigt dementsprechend größere Dimensionen
, als sie für normale Gebrauchsgefäße bei
uns üblich sind. Die Erfahrungen der letzten
Leipziger Messen haben uns gezeigt, daß wir
auch auf diesem Gebiete uns resigniert den
Forderungen des Auslandes anpassen müssen,
anstatt unsern Geschmack und unser Formgefühl
, wie es wohl viele erhofften, der Exportware
aufdrücken zu können. In ruhigen,
eleganten Linien ist der Umriß der Geräte geführt
; immer ist der Zweck dabei im Auge behalten
, so daß keine abstruse, ausgefallene Form
unterlaufen konnte. Ein sehr apartes Stück ist
ein stattlicher Krug, bei dem in feinster Weise
der Übergang des zehnseitigen Bauches in den
gleichgestalteten Hals gefunden wurde. Ebenso
reizvoll und vom Herkömmlichen abweichend,
ohne doch gesucht und gezwungen zu wirken,
ist die Linienführung bei dem Teekessel gehalten
; auch bei der Mokkamaschine klammert
sich die Formgebung nicht ängstlich an die
üblichen Modelle, sondern hat Neues und Zweckdienliches
geschaffen. Ein Gerät, das wohl Ben-
Akibas Ausspruch Lügen straft, ist der Likörspender
, der in zweierlei Ausführung, für eine
Sorte von Schnäpsen und für vier, vorhanden
ist. Zweckentsprechender ist ja wohl die letztere
Form, da sie das Hantieren mit vier Flaschen
überflüssig macht, ästhetisch gefälliger die erstere
mit ihrem ansprechenden Umriß.

Vielseitig ist die Schmuckform bei den Erzeugnissen
ausgestattet. Vor allem wirkt das
Metall an sich schon angenehmer, als das sonst
bei Messinggeräten der Fall ist, indem durch
eine besondere Hochpolitur mit der Hand dafür
gesorgt ist, daß der unangenehme, harte,
kalte Glanz wegfällt und die Stücke den vollen,
warmen Ton bekommen, der bei alten Geräten
so angenehm auffällt. Daneben sorgen bei den
größeren Stücken Edelhölzer als Füße, Türkise
als Einlassungen für eine lebendige Unterbrechung
der Fläche. Der Hauptschmuck aber
ist aus der Bearbeitung des Metalls selbst, mit
Hämmern, Treiben, Ätzen oder Ziselieren gewonnen
. Sparsam ist das mit Hilfe der beiden

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