Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 45. Band.1922
Seite: 98
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_45_1922/0128
ARNOLD BÖCKLIN

schenke" ebendort. Ganz besonders die Tafeln
zu „Christus und Magdalena" in Basel. Höchst
lehrreich ist tatsächlich der hier gebotene Verfolg
, wie allmählich das Brustbild Davids sich
gestaltet. Am reichsten ist wohl die Vorlage
von Skizzen und Fassungen zu den Gemälden
„Francesca von Rimini und Paolo in der Unterwelt
". — Doch wie viel Hauptwerke Böcklins
sehen wir hier zum ersten Male unter des
Künstlers immer neuen Eingebungen wirklich
entstehen. — Gerade dadurch nimmt das Handzeichnungenwerk
Böcklins eine Stellung für
sich ein unter ähnlichen großen Publikationen,
die zu oft auf einen Durchschnitt der Gaben
eingestellt sind. Hier führt uns einer, der reich
begabt an Wissen und Anschauung, mit dem
Künstler selbst: in sein Leben, sein Werden, in
seine Natur, seine Schönheiten; wir genießen
mit ihm die Momente seiner glücklichsten Eingebungen
, warten auf seine Wandlungen, freuen
uns der Anfänge und der Vollendungen; trauern
über Unvollendetes.

Freilich möchte man voraussetzen, daß jeder

ZEICHNUNG ZU „HIRTIN BEI IHRER HERDE"

glückliche Erwerber dieses Handzeichnungswerkes
auch Besitzer von Schmids „Arnold
Böcklin" (95 Tafeln in Farbendruck, Kupferdruck
und Mattautotypie. Gebd. M. 200.—. München
, F. Bruckmann A.-G.) ist. Sagt doch der
Herausgeber am Schlüsse seiner so wertvollen
Begleitworte zu den Zeichnungen: „Das Höchste
hat Böcklin im Gemälde geleistet, wenn er alle
Register spielen lassen konnte." Und wie hier
der Zeichner, tritt dort der ganze Böcklin
klar vor unsere Augen. So ergänzen sich beide
Werke zur Charakterzeichnung von der Hand
eines Gelehrten, der viel mehr als das ist, eine
Persönlichkeit, die in gleicher Weise zu suchen,
zu führen, die das Resultat seiner Erkenntnisse
zu gestalten weiß zu einem Kunstwerk der
Sprache, das als solches allein schon nie seine
Genußkraft, seine Geltung verlieren wird. Trotz
aller Gemessenheit fühle ich oft etwas Stillglühendes
in Schmids Worten.

Der Genius Böcklins wird nun noch leuchtender
.

Bredt

93


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