Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 45. Band.1922
Seite: 105
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JULIUS BERGMANN

HEIMKEHR (1893)

JULIUS BERGMANN

Von Paul Clemen

Die Geschichte der deutschen Landschaft im
letzten halben Jahrhundert steht wie ein
geschlossenes Kapitel, fest umrissen, innerhalb
der Gesamtentwicklung der deutschen Malerei,
von jener bestimmt und doch scheinbar von
eigenen Gesetzen regiert, selbständig und auf
sich gestellt, unbeirrbarer durch die neuen und
sich allzuschnell wandelnden Formeln, weil am
festesten mit der Natur verkettet, und doch
zugleich empfindsamstes Spiegelbild unserer
wechselnden Sehnsucht nach der großen oder
stillen Natur, der heroischen oder der idyllischen
Musik der Landschaft selbst. In diesem Sonderkapitel
steht der Name julius Bergmann, eingefügt
in die Linie der süddeutschen Malerei, als Fortsetzer
der Tradition von Baisch und Weißhaupt,
als Erbe der Kunst von Schönleber und darüber
hinaus von Lier, an seinem festen Platze. Künstler,
die wie er sich langsam und gerade entwickeln,
sich stetig auswirken, aufgehen wie ein gesunder
starker freistehender reich verzweigter Waldbaum,
fast mit Regelmäßigkeit blühend, verschwenderisch
seine Früchte aussäend, die ganz von
selbst als kleine Sprößlinge aufgehen, schattenspendend
, labsalbringend — in deren ruhigem
Jahresfluß keine aufregenden Akzente, keine

gewaltsamen Einschnitte stehen, die wegen des
alljährlichen Reichtums eigentlich auch ohne
Hauptwerke sind, bei denen wir uns an der
schönen Fülle und Reife freuen, geben vielleicht
weniger dem nach dem Neuen ausschauenden
Berichterstatter und garnicht dem nach Sensationen
hungrigen Kritiker Anlaß, ihr Bild im
Zusammenhang zu zeichnen — der Geschichtsschreiber
, der die Entwicklung der deutschen
Landschaftskunst und der deutschen Tiermalerei,
den inneren Aufbau und die Befruchtung der
Schulen von Karlsruhe wie von Düsseldorf
verfolgt, wird das Werk Julius Bergmanns an
dem ihm gebührenden Platze zu würdigen haben.
Der 60. Geburtstag des Künstlers in diesem
Februar und die zur Feier dieses Tages von
dem badischen Kunstverein in Karlsruhe veranstaltete
Ehrenausstellung, die 144 Werke aus
der ganzen Schaffenszeit vereinigt zeigte, gab die
äußere Gelegenheit, den Entwicklungsgang des
Karlsruher Meisters im ganzen zu überblicken.

Ein paar äußere Daten und Tatsachen vorerst,
um den Lebensweg des Künstlers zu umreißen,
von Herkunft, Schule, Lehrern, Vorbildern,
Förderern zu erzählen, die Luft und die Landschaft
zu nennen, die ihn getragen und gereift

Die Kunst für Alle. XXXVII. Januar 1922

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