Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 45. Band.1922
Seite: 116
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JULIUS BERGMANN

Hafen jede Ausfahrt auf die offene stürmische
See vermeiden?"

Bei einer Erscheinung, die nun schon seit
einem Menschenalter zu den festen Werten der
süddeutschen Landschaftskunst gehört, kann
man wohl noch in vivo die Frage beantworten,
wohin sie gehört. Diese Kunst kommt zunächst
und unverfälscht her von der Natur, man spürt
den tiefen ehrfürchtigen Respekt und die fromme
Andacht vor dieser, aber auch die Schöpferwonne,
und man fühlt etwas wie eine Liebkosung heraus,
wenn der Maler mit seinen weichen Tönen
— „stille Farben" hat Karl Scheffler diese Töne
einmal genannt — seinen Grund füllt. Will
man ihn in Reih und Glied stellen, so kommt
diese Kunst her von den großen Meistern
von Barbizon und etwa noch von Dupre und
Troyon. Vielleicht darf man dazu auch an den
Schotten Paterson erinnern. Wieder möchte man
das Selbstbekenntnis hören: „Corot, Daubigny,
Millet und die alten großen Klassiker sind mir
helleuchtende Gestirne gewesen, aber mein
eigentlicher Morgenstern ist und bleibt mir:

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FLUCHT NACH ÄGYPTEN (1921)

Claude Lorrain, der Unerreichbare! In ihm
finde ich alles harmonisch vereinigt, was eine
Landschaft haben soll: vor allem Größe und
dabei den Zauber der Intimität! Stimmung
— ist er nicht der erste gewesen, der das fand —
die weiche und starke Farbe, dekorative Wirkung.
Hat Corot nicht von ihm vor allem gelernt?
Corot! hat er nicht seine besten Bilder im
Greisenalter gemalt?" Innerhalb der deutschen
Entwicklung steht Bergmann als Erbe seines
Lehrers Baisch und seines Vorbildes Schönleber,
zugleich als ein Enkel von Adolf Lier da, und
er gehört so auch in die Ausläufe der Münchener
Schule. Wenn einmal, wie Uhde-Bernays
das eben in einem Buch für die Münchener
Landschaftskunst getan hat, die ganze süddeutsche
Landschaftsmalerei ihre historische
Darstellung finden wird, muß man Bergmann auch
im Flusse der Frankfurter und der Münchener
wie der Karlsruher Tradition nennen. Er hat
nicht die Brillanz wie Zügel, den er selbst den
größten deutschen Tiermaler nennt, er sucht
in seinen Landschaften nicht das Großdekorative,

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