Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 45. Band.1922
Seite: 166
(PDF, 78 MB)
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Bondy und Theo von Brockhusen zu ähnlichen
Ergebnissen, aber es geschah auf ganz andere
Weise. Sie schlössen sich an Cezanne und
van Gogh an, wenn sie nicht noch auf Renoir
zurückgingen. Büttner erreichte das Ziel in gerader
Linie, ohne Umweg über das Ausland.
Kein Wind aus Frankreich oder Holland konnte
ihm die Berliner Luft, in der er herangewachsen
war, verfälschen. Das Bild der im Bau befindlichen
„Straße" (Abb. S. 162) zeigt wiederum
starkes Lokalkolorit. Es beweist auch, daß es
wohl möglich ist, strahlendes Sonnenlicht ohne
Pleinair zu malen. Was dem einzelnen Farbfleck
vielleicht an Leuchtkraft gebricht, wird
für das Ganze durch den Gegensatz in grellem
Lichte stehender und beschatteter Massen ersetzt
, wobei dem Schatten ein erheblicher Grad
von Farbigkeit und Durchsichtigkeit verbleibt.
Das „Gartenhaus" (Abb. S. 163) behandelt ein
uns schon bekanntes und vertrautes Motiv mit
starkem Hang zu gebundener Farbwirkung. Es

zeigt im Gegenstand die Stätte, an der, abgeschieden
vom Gewühl der Großstadt und umgeben
von stillen Gärten, der Künstler seine
Tätigkeit ausübt.

Unermüdliches Arbeiten auf dem Gebiet des
Porträts führte Büttner in steiler Kurve zum
Bildnis der „Nina" (Abb. S. 160), das alle Eigentümlichkeiten
und Vorzüge seines reifen Stils
entfaltet. Wie ein schwarzer Schleier von glitzerndem
Flitter, so wird der Hintergrund durch
kleine Leuchtkugeln eines fernen Feuerwerks
erhellt. Vor einer dunklen, geheimnisvoll wirkenden
Folie steht ein junges Mädchen in
lichtem Kleid. Seine helle Figur und der
schwärzliche Himmel spiegeln sich zugleich in
der Mahagoniplatte eines Tisches, hinter dem
als Rampe sich die Gestalt wie eine Büste auf
einem Sockel erhebt. Den statuarischen Eindruck
mildert eine ungezwungene Körperhaltung
und ein Antlitz, aus dem Innerlichkeit
und Lebendigkeit mit verhaltenem Lächeln

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