http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_45_1922/0236
MARTER DES HL. MAURITIUS
Bregenz, Vorarlberger Landesmuseum
ab von dem, was wir als spätgotisch empfinden,
von jener knitterigen, scharf brüchigen Art, die
in den Stichen Schongauers und in ungezählten
Skulpturen der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts
sich auslebt. Schon die Wiblinger Gruppe zeigt
die Anfänge des modernen Empfindens; doch
sind hier die großen Linien lebhafter, eigenwilliger
und der Umriß zeigt noch charakteristische
eckige Brechungen.
Hier vollzieht sich im Anfang des neuen
Jahrhunderts eine sehr wichtige Wandlung. Es
ist wahrscheinlich, daß der neue Gewandstil,
von Augsburg ausging. Aber seine Wirksamkeit
geht weit darüber hinaus, nach Bayern,
nach ÖsterreichimOsten,nach dem ganzen schwäbischen
Gebiet im Westen, wo fast nur die
Ulmer Lokalschule sich ihm entzieht. Die Längsfalten
und Parallelfalten, an denen man ihn
sofort erkennt, sind sein charakteristisches
Merkzeichen; seine Wurzeln liegen tiefer. Es
handelt sich nicht bloß um eine Mode, um
eine andere Darstellung des Gewandes, die nur
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