http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_45_1922/0280
HEINRICH HESS
MÄDCHEN VON ALBANO
von Gelehrten und Künstlern; es ist dieselbe
Bildungsatmosphäre, in der der junge Cornelius
heranwuchs. Als aber 1806 die Düsseldorfer
Galerie nach München kam, übersiedelten auch
die alten Heß mit ihren Söhnen Peter, Heinrich
und Karl. Alle drei wurden natürlich Maler, eine
echte Künstlerfamilie. Die Kunst war ja der
Lebensinhalt gewesen, in dem sie aufgewachsen
waren. Von dem Vater, der sich selbst durch
handwerkliches Können zum Künstler emporgearbeitet
hatte und von der Lehr- und Lern-
barkeit der Kunst durchdrungen war, hatten
sie die ersten Unterweisungen erhalten, um dann
in München in die strenge Schule der Akademie
zu kommen.
Als Dreiundzwanzigjähriger, von hohen geistigen
und künstlerischen Idealen erfüllt, wurde
Heinrich Heß in Rom 1821 von dem Kreise der
Nazarener freudig aufgenommen und hatte sich
bald alle zu Freunden gemacht.
Seine Bildnisse sprechen von dem reinen
Menschentum, der ethischen Tiefe, der künstlerischen
Lauterkeit dieses liebenswerten Jünglings.
Waldemar Lessing
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