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HANS SUTTER
(1887—1916)
Der junge Maler Hans Sutter fiel an der
Westfront. Als diese Nachricht im Spätsommer
1916 in die Heimat drang, traf sie
wohl einen Kreis nahestehender Menschen, ein
liebendes Elternpaar, eine zärtliche Schwester,
eine hoffende Freundesschar wie ein Donnerschlag
, aber von der großen Zahl deutscher
Kunstfreunde, die sich nach den Ausstellungen,
HANS SUTTER
SELBSTBILDNIS
dem Kunsthandel und den Kunstpublikationen
orientieren, wußten damals nur einige wenige
— von westdeutschen Kunstausstellungen her —
etwas von Hans Sutters künstlerischer Persönlichkeit
und von seinem Werk. Denn der
junge, im Augenblick seines Heldentodes erst
29 jährige Künstler hatte es im Gegensatz zu
vielen seiner Zunft- und Weggenossen abgelehnt
, früh hervorzutreten, obwohl sich
ihm reichliche Ausstellungsgelegenheiten
boten und obwohl er, was wichtiger
ist, in seiner Kunst bereits einen
Grad von Reife und in einzelnen Schöpfungen
ein Maß von Vollendung erreicht
hatte, die jeden andern zu einer
Kollektivausstellung veranlaßt hätten.
Aber Hans Sutter dachte anders. Er
war ein Mensch, der es mit sich und
seiner Arbeit ernst nahm. Mehr als es
heute üblich ist unter jungen Künstlern,
die, durchdrungen von ihrem Werte,
jedes Maß verlieren, war er kritisch
gegen sich selbst, ja fast mißtrauisch
auf das, was er erreichte und was ihm
gelungen. Er führte ein Tagebuch, das
heute seinen Eltern und Getreuen ein
unendlich wertvolles menschliches Dokument
ist, denn es gibt Aufschluß
über einen vornehmen Charakter, über
einen Rassemenschen, über ein Geistwesen
von hoher Selbständigkeit des
Denkens und Fühlens. Jede beliebige
Stelle des Tagebuches kann aufgeschlagen
werden: immer spricht ein trotz
seiner Jugend fertiger, fester Mensch,
spricht über die Episode des Tages
hinaus in die Sphäre einer großen,
eigenen und gesunden Welt- und Lebensanschauung
hinein. Und immer
wieder kehrt der Ausdruck des eifrigen
Bestrebens, mit der Kunst als Ganzem
und mit der eigenen Kunstübung
ins Reine zu kommen, sich klar zu
werden, was das Wesen der Kunst
eigentlich sei und was er von sich aus
dazu beitragen könne, die Kunst zu fördern
und voranzutreiben. Sutter sparte
nicht mit den reichen Gaben, die ihm
zuteil geworden, er spannte alle Kräfte
an, wütete gegen alle Hemmungen von
innen und außen und scheint sich zeitweise
in der Stimmung des jungen
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