Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 45. Band.1922
Seite: 322
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KÖLNISCHER MEISTER (UM 1350)

(Neuerwerbung)

MUTTER GOTTES

der Form etwas derbe, aber von schlichter
Hoheit erfüllte Gruppe der Anbetung der hl.
drei Könige, eine oberrheinische Arbeit vom Ausgang
des 15. Jahrhunderts.

Veit Stoß, das Haupt der Nürnberger Bildhauerschule
der Spätgotik, ist mit mehreren
eigenhändigen Werken und einigen guten Arbeiten
seiner Werkstatt aufs beste
vertreten. Die Mutter Gottes von
seinem Wohnhaus, der überlebensgroße
Christus am Kreuz aus dem
Heiliggeistspital in Nürnberg, sein
Leuchterengel (Abb. S. 310), seine
hl. Katharina im Grabe sind Meisterwerke
allerersten Ranges. Der ebenfalls
im Veit-Stoß-Saal aufgestellte
Altarschrein mit der Darstellung der
Verlobung der hl. Katharina mit dem
Jesuskind (Abb. S. 320) zeugt in
glücklichster Weise für den hohen
Grad künstlerischer Kultur, der in
der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts
in den Nürnberger Werkstätten
für kirchliche Kunst erreicht war.
Den Schluß der spätgotischen Holzplastik
bildet ein Kabinett mit Bildwerken
der Tiroler, rheinischen und
bayerischen Schule. Die Hauptwand
beherrscht hier die große, freiplastische
Gruppe der Krönung Marias, eine
Tiroler Arbeit vom frühen 15. Jahrhundert
(Abb. S. 321), deren prächtige
Goldfassung erst kürzlich von
späteren, störenden Lasuren gereinigt
wurde. Die rheinische Schule ist vertreten
durch die lebensgroße Standfigur
eines hl. Nikolaus in tadellos
erhaltener alter Fassung; die bayerische
Schule der Frührenaissance vertritt
ein ausgezeichnetes Werk eines
Meisters aus der Richtung Hans Lein-
bergers, eine stark bewegte Gruppe
mit Christus und dem ungläubigen
Thomas. Hans Leinberger selbst ist
in den Sammlungen des Museums
nur vertreten mit dem kleinen, aber
bedeutenden Holzmodell einer Mutter
Gottes in alter Vergoldung, mit dem
kleinen Relief der Kreuzabnahme
und mit der ihm wohl als sicher
zuzuschreibenden Gruppe der Gerichtsdarstellung
(Abb. S. 327). Die
niederbayerische Plastik des frühen
16. Jahrhunderts dem Museum in
einigen großen Stücken zu sichern,
wäre eine dankenswerte Aufgabe
seiner Leitung, zumal gerade diese
Schule in der Gemäldesammlung
auf der Nordseite so gut vertreten ist.

In dem jetzt folgenden, blau gestrichenen,
kleinen Kabinett sind die gotischen Tonbildwerke
, deren schönste, die sechs sitzenden
Apostel um 1400, einer Nürnberger Werkstatt
entstammen, aufgestellt. Ein großer Oberlichtsaal
, der Holzplastik des 18. Jahrhunderts ge-

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